8. Februar 2016

[Filmrezension] Anderst schön

© NDR/Christine Schroeder
 Der Blaumann steht ihm einfach: 
Charly Hübner als Hausmeister Roger Müller mit Hund Walter

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~ Cast und Crew ~
Genre: Sozialtragikomödie 
Land: Deutschland
Jahr: 2015
Regie: Bartosz Werner 
Drehbuch: Wolfgang Stauch 
Kamera: Rodja Kükenthal 
Szenenbild: Susanne Müller
Kostümbild: Rautgundis Beutel
Schnitt: Stefan Kobe
Musik: Eckart Gadow
Produktionsfirma: filmpool fiction
NDR, Degeto / Fernsehfilm
EA: 12.6.2015, 20.15 Uhr (ARD) 


 ~ Darsteller ~
Steffi Kühnert - Hilde Hein
Barbara PhilippNachbarin
Emilie Neumeister - Jill Bahlow
Christina GrosseEllen Bahlow
Renate Krößner - Katrin Müller
Kida Khodr Ramadan - Attila Üzgül
Hermann BeyerHermann Schröder
Charly Hübner - Roger Müller
Christoph Jungmann - Nachbar


~ Handlung ~
Anderst schön: Warmherzige Komödie mit Charly Hübner als Hausmeister in einer Schweriner Platte.

Hausmeister Roger scheint in einer Sackgasse angekommen. Er fristet sein Dasein gemeinsam mit anderen verkrachten Existenzen in einem Schweriner Plattenbau. Doch dann schickt das Schicksal einen Sonnenstrahl: Ellen hat sich für den Start in ein neues Leben ausgerechnet dieses Wohnsilo ausgesucht. Roger ist hin und weg, aber seine trinkfreudige Mutter sorgt dafür, dass ihrem Sohn die Flausen gründlich vergehen. Natürlich lässt sich die Liebe nicht beirren, auch wenn sie einen Umweg in Kauf nehmen muss.

~ Rezension ~
Durch Zufall in der Fernsehzeitung gelesen und dann auf einen wirklich sehr realistischen Film gestossen. 
  
© NDR/Christine Schroeder

Roger und Jill (Emilie Neumeister, li.) sitzen mit den beiden Provinzindianern der Hausgemeinschaft (Barbara Philipp, Christoph Jungmann) am Feuer, um die Abrissarbeiten aufzuhalten, die in der Siedlung voll im Gang sind.

Charly Hübner brilliert als Roger Müller, der Hausmeister in einer Schweriner Plattenbausiedlung, ist eigentlich in seinem Leben gefangen. Er kümmert sich um seine Mutter, kümmert sich um seine Nachbarn und versteht sich mit allen in seinem Block richtig gut. 
Doch dann durchbricht Ellen den Kreislauf, sie zieht mir ihrer Tochter Jill von Berlin nach Schwerin, um dort im "Konti" zu arbeiten und weil die Miete billig ist. 
Zunächt kann Ellen nichts mit Roger anfangen, aber Jill freundet sich recht schnell mit Roger an und entdeckt dabei, was für ein treuer und gutherziger Mensch er ist. So kauft er immer die Schafe von Attila, dem Dönermann (der eigentlich nur Gemüse-Döner verkauft) ab, damit sie nicht geschlachtet werden und hat ihnen eine Unterkunft auf dem Dach der Platte gebaut.  
Ellen, die mit ihrer Rolle als Mutter eigentlich fertig wird, aber es finanziell einfach nicht reichen will, beginnt bei einem SMS-Service zu arbeiten, um etwas dazu zuverdienen, lernt dabei aber Roger genauer kennen, was die beiden einander näher bringt. Als Ellen Roger gesteht, dass sie für seine Rechnung über 2000 € verantwortlich ist, zieht sich Roger auf ihr Dach zurück...
Anderst schön ist einfach ein Film über das Leben, über die Liebe und über Leid, was eben nicht den grossen Spielfilm ergibt, aber eine schöne ehrliche Geschichte rund um einen nicht so wirklichen "Helden" Roger, der einfach versucht, sein Leben schön zu gestalten, dabei aber immer wieder an seine persönlichen Grenzen gerät, aber trotzdem nicht an seinem Leben verzweifelt.
In dem Zusammenhang mit dem Film liest man immer wieder das Wort "Ostalgie-Kischkomödie", was aber in meinen Augen gar nicht so ist, weil der Film spiegelt das Leben in einem Plattenbau wider, in dem sich die Menschen Jahre oder Jahrzehnte lang kennen und schätzen. 
Man kennt sich und man vertraut sich und das merkt man immer wieder in dem melancholischen Film, der aber immer eine leiche Brise Hoffnung verspürt, die einfach dem ganzen Film so etwas die Ernsthaftigkeit nimmt, ihn aber trotzdem nicht in den Kitsch abrutschen lässt.  

Dafür gibt es 4 Rosen:

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Schön, das Du hier bist!
Über Deine Kommis freue ich mich natürlich sehr. Schreib doch einfach was Dir auf der Seele brennt.
Alles Liebe,
Katja
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