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28. Dezember 2021

[Filmrezension] Orangen zu Weihnachten - Eine klassisch-schöne Weihnachtsgeschichte

Handlung:
Die kleine Rose wird als Baby auf den Stufen des Greenwoods Waisenhauses ausgesetzt.
Dort nimmt sich die gutmütigen Mrs. Hartley (Nancy Stafford) ihrer an.
Gemeinsam mit anderen Kindern wächst sie dort in einer liebevollen Umgebung auf und alles scheint gut zu sein, bis eines Tages ein schwerer Schicksalsschlag alles ändert….

Rose wird in das Irongates Waisenhaus gebracht. Anstelle der Wärme und Freundlichkeit von Mrs. Hartley, erwartet sie dort die Strenge des kalten und grausamen Schulleiters Mr. Crampton.
Einzig an Weihnachten erwartet die Kinder dort ein kleiner Lichtblick:
Dann nämlich soll jedes Kind eine Orange vom freundlichen und großzügigen Bruder des Schulleiters erhalten und Rose ist zunächst voller Vorfreude.

Doch dieses Jahr liegt es allein an ihr und den anderen Waisenkinder das Weihnachtsfest zu retten und den hartherzigen Mr. Crampton, das Fest der Nächstenliebe näher zu bringen.

Trailer:

Details:
Alterseinstufung: ‎Freigegeben ab 6 Jahren
Darsteller: ‎Edward Herrmann, Nancy Stafford, Bailee Michelle Johnson, Bruce Newbold
Regisseur: ‎John Lyde, Bruce Newbold
Direktor: John Lyde
Komponist: James Schafer
Genre: Familienfilm, Drama, Weihnachtsfilm
Medienformat: ‎Dolby
Laufzeit: ‎1 Stunde und 40 Minuten
Produktionsjahr: 2012
Erscheinungstermin: ‎30. Oktober 2015
Studio: ‎Faith-Movies

Eigene Meinung: 
Rose wächst im Waisenhaus von Mrs. Hartley mit viel Liebe und Geborgenheit auf, aber die schöne Gemeinschaft im Waisenhaus wird je zerstört, so das Rose ins Waisenhaus zu Mr. Crampton geschickt wird, wo sie das ganze Gegenteil von dem erlebt, was sie kennt. 
Auch die neuen Kinder im Waisenhaus sind anders als sie es kennt, aber Rose schafft es, sich trotzdem in ihrem neuen Alltag zurückzufinden und es durch ihre gutherzige Art schafft, auch das Leben im Waisenhaus zu verbessern...
Der Film ist eher ein kleiner leiser Film, der aber die Botschaft von Liebe, Freundlichkeit und dem Schätzen der kleinen Sachen im Leben gut transportiert, gerade in der heutigen Zeit ist das wichtiger geworden, wo es nur noch um Medien und Konsum geht. 
Natürlich ist der Film etwas mit Klischees beladen, weil wir finden hier die klassischen Motive wie das arme Waisenkind, die gute Freundin oder auch den herzlosen Heimleiter wieder, aber die gehen in der sehr liebevoll gestalteten Geschichte eher unter oder treten in den Hintergrund. 
Natürlich muss man auch beachten, der Film ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt, also spielt er auch entsprechend der Zeit in den damaligen Verhältnissen, die aber schon in einem eher niederen Schicht angelegt ist. 
Es ist ein klassischer Weihnachtsfilm, der zeigt, dass man auch in schweren Zeit ehrliche und gutherzige Menschen treffen kann und der Film ist sicherlich kein Film nur für Weihnachten, aber ihn kann die ganze Familie ansehen, weil er jeden, egal ob jung oder alt, berührt. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Anschauen?
Streams:
Der Film ist aktuell in Amazon Prime enthalten: ~*~ Klick* ~*~
Zudem ist er bei JOYN zu sehen: ~*~ Klick ~*~

Die DVD bekommt ihr hier: 

Gebraucht gibt es die DVD auch hier: 

21. März 2020

[Filmrezension] Frozen - Eiskalter Abgrund

Bildquelle: ~*~ Klick ~*~
Handlung:
Ein spaßiger Ausflug auf die Piste, entwickelt sich für drei Studenten zum Alptraum ihres Lebens, als sie vor der letzten Abfahrt im Skilift stecken bleiben Als die Pistenpatrouille die Nachtbeleuchtung abschaltet, erkennen Dan, Joe und Parker mit zunehmender Panik, dass man sie im Skilift weit über dem Erdboden hängend vergessen hat. Ohne Aussicht auf Rettung ist das Trio fest entschlossen, verzweifelte Maßnahmen zu ergreifen, um dem eisigen Tod zu entkommen. Doch bald müssen die Drei feststellen, dass sie weitaus mehr zu fürchten haben als nur den eisigen Tod. Im Kampf ums Überleben müssen sie sich fortan der Frage stellen, ob ihr Überlebenswille stark genug ist, um einem grausamen Tod zu entkommen...

Trailer:

Details:
Darsteller: Emma Bell, Shawn Ashmore, Kevin Zegers, Ed Ackerman, Rileah Vanderbilt
Komponist: Andy Garfield
Künstler: Peter Block, Adam Green, Will Barratt, Bryan McBrien, Ed Marx, Cory Neal
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: LEONINE
Erscheinungstermin: 10. Dezember 2010
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 90 Minuten

Eigene Meinung:
Wenn ein harmloser Skiausflug zu einem Kampf ums Überleben wird, das ist die Geschichte, die uns der Plot und auch der Trailer zum Film versprechen. 
Dan, Joe und Parker sind drei Studenten, die eigentlich nur einen entspannen Wochenendtrip zum Skifahren geplant haben, doch dann kommt alles anders. Sie wollen die letzte Abfahrt nutzen, doch bleiben im Skilift hängen, werden da in einer Sonntag Nacht vergessen und der Lift öffnet erst wieder am Freitag. Mit dieser Erkenntnis beginnt ein Kampf ums Überleben, der zeigt, wie schnell sich die Menschen ändern können. 
Die Dramaturgie des Films ist recht gut angelegt, man fiebert mir, aber die Spannung schnellt dann nach unten und man hat das Gefühl, man geht irgendwie mit vielen Fragen aus dem Film und das ist einfach nicht so wirklich schön. 
Frozen erstreckt sich über 90 Minuten und zeigt, wie schnell eine alltägliche Situation plötzlich in den puren Horror umschwenken kann. Die drei Darsteller sind echt überzeugend, wobei es einige Stellen gibt, die etwas überspitzt sind. Trotzdem ist das Spiel der Emotionen sehr gut gemacht und zieht den Zuschauer mit in seinen Bann. 
Alles im Allem ist Frozen ein recht gut durchdachter Film mit einer beängstigend Atmosphäre, der aber sehr voraussehbar ist. Dadurch wird der Film etwas langweilig. 

Dafür gibt es 3 Rosen:

Anschauen?
Bei Maxdome ist der Film im Abo enthalten. 
Stream bei Amazon geht hier: ~*~ Klick* ~*~
Die DVD gibt es hier: ~*~ Klick* ~*~

13. März 2019

[Filmrezension] Hitler - Der Aufstieg des Bösen

Bildquelle: Google Bilder Suche
Handlung: 
Der Film beginnt mit Hitlers Kinderjahren in Österreich, in denen berichtet wird, dass er von seinem Vater geschlagen wird und dieser früh verstirbt. Dem jungen Adolf misslingt die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie, und seine Mutter stirbt an Brustkrebs. Angela Hammitzsch soll sich um Adolf kümmern. Adolf jedoch wird obdachlos in Wien, und ein Hass gegen Juden staut sich bei ihm auf, der sich später auf Kommunisten weiter ausbreitet: Der Judenhass ist zu dieser Zeit in Wien allgegenwärtig und fällt bei Hitler, der ein Ziel für seine blinde Wut braucht, auf fruchtbaren Boden.

Der Film erzählt weiter das Leben Adolf Hitlers von seiner Jugend in Linz, Wien und München über die Erfahrungen als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg, wie er nach einem Gasangriff mit Senfgas im belgischen Wervik beinahe erblindet und im Lazarett in Pasewalk lag. Hier erfährt er 1918 von der Novemberrevolution und der Kapitulation Deutschlands. Ihm gelingt es, als Redner der DAP, die kurz darauf als NSDAP bezeichnet wird, zum Parteivorsitzenden aufzusteigen. Zunächst war er als ein Spitzel bei der DAP vorgesehen worden; bei der Polizei hatte er auch Ernst Röhm kennengelernt.

Die Zeitung Völkischer Beobachter, das Hakenkreuz, der Hitlerbart und der Hitlergruß popularisieren seine Partei. Hitler lernt das ehemalige Flieger-Ass Hermann Göring kennen und überzeugt den ehemaligen Chef der dritten Obersten Heeresleitung, Erich Ludendorff dazu, sich ihm anzuschließen. Außerdem schart er Verbündete um sich, die ihm treu ergeben sind, wie Ernst Hanfstaengl oder Rudolf Heß. Der gescheiterte Hitlerputsch wird im Film als Folge der Inflation 1923 und von Kahrs Verhalten dargestellt.

Nach der raschen Niederschlagung des Putsches bricht für Hitler eine Welt zusammen. Von einem Suizid hält Helene Hanfstaengl Hitler ab, und er wird vor Gericht gestellt. Ihm gelingt es jedoch, ähnlich seinen Reden im Bürgerbräukeller auch im Gericht eine mildere Strafe zu erhalten. Er wird zu fünf Jahren Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg verurteilt, jedoch mit einer Begnadigung nach 9 Monaten versehen. Sowohl im Gericht als auch in der Festung trifft er auf nationalistisch Gesinnte, die ihn heimlich bewundern. In Landsberg schreibt er Mein Kampf.

Die Beziehung zu seiner Nichte Geli Raubal, die vielfach Anlass zu Spekulationen geboten hat, wird im Film breit dargestellt. Geli begeht schließlich Suizid und wird dann von Eva Braun in seinem Leben ersetzt.

Hitler erhält 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft, und sein weiterer Aufstieg zum „Führer und Reichskanzler“ wird dargestellt. Der Reichstagsbrand 1933 und das Ermächtigungsgesetz mit der Verkündigung in der Krolloper, wobei hier das Deutschlandlied angestimmt wird und Franz von Papen sich dagegen ausspricht, sind weitere wichtige Szenen des Films. Im Zuge des Röhm-Putsches 1934 wird dessen Homosexualität aufgedeckt, er (in Bad Wiessee) und viele andere, wie Gregor Strasser und Kurt von Schleicher, erschossen und dadurch Hitlers Machtposition endgültig gestärkt.

Die letzten Filmminuten zeigen die Vollendung der Machtübernahme der NSDAP nach dem Tod des Reichspräsidenten Hindenburg im August 1934: die Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in Hitler sowie die Vereidigung der Reichswehr auf ihn. Der Abspann zeigt Bilder vom Polenfeldzug und Leichenberge in Konzentrationslagern. Es werden Zahlen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten, der getöteten Zivilisten und ermordeten Juden eingeblendet.

Die erste und die letzte Einstellung des Films zeigen ein fälschlich dem Rechtsphilosophen Edmund Burke zugeschriebenen Satz „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“.

Trailer:

Details:
Orginaltitel: Hitler: The Rise of Evil
Genre: Fernsehfilm
Darsteller: Robert Carlyle, Stockard Channing, Jena Malone, Liev Schreiber
Regisseur: Christian Duguay
Komponist: Normand Corbeil
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Orginalsprache: Englisch
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 16. September 2004
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: 179 Minuten

Eigene Meinung:
Adolf Hitler als Protagonist in einem Fernsehfilm dazustellen, ist sicher nicht leicht, angesichts des geschichtlichen Hintergrundes, mit dem der Name unweigerlich verbunden ist.
Den schmalen Grad zwischen zerbrechender Persönlichkeit, die hier an manchen Stellen des Filmes wirklich gezeigt wird und der Härte, mit der Adolf Hitler seinen Zug an die Spritze des deutschen Reiches vollzieht, versucht der Film ausgewogen hinzubekommen.
Christian Duguay - ein kanadischer Regisseur - hat sich der Aufgabe gestellt und diese wirklich in einem Film gelöst, die nicht verheimlicht, dass es einen Mann hinter der Maske gab, einen Mann, der vielleicht lieben konnte, zumindest das, was er als Liebe wahr nahm, gleichzeitig aber auch gegen seine eigenen Leute vorgeht, die eine Härte zu spüren bekommen, die der innere Zirkel auch zu spüren kam.
Der Film beginnt chronologisch mit der Kindheit und der Jugend, die aber zu Beginn, teilweise schon im Vorspann behandelt, auch seine Ablehnung an der Kunstakademie und seine Jahre als Soldat im 1. Weltkrieg werden nur zügig und schemenhaft angeschnitten. Das reicht aber auch, weil der wirklich Aufstieg beginnt er mit dem Zustossen zu NSDAP im Jahre 1923, da beginnt auch der Schwerpunkt des Filmes.
Der Film zieht Menschen, die auch später im Machtzirkel um Hitler stehen werden, schon mit in die Handlung hinein, so kommen auch wichtige Punkte wie die Felsenhaft in Landsberg, die Nacht der langen Messer, der Reichtagsbrand und auch der Weg zum Ermächtigungsgesetz nicht zu kurz, die Geschichte geht praktisch chronologisch weiter bis an die Machtspitze.
Einige filmische Ungenauigkeiten kann man dabei etwas vernachlässigen, sie passen sonst nicht so passend in den Film, aber an sich zeigt der Film sehr nah an der Geschichte, wie der Aufstieg von Adolf Hitler sehr gut funktionierte.
Die Schauspieler - unter anderem auch deutscher Schauspielgrössen wie Max von Thun und Friedrich von Thun - zeigen eine sehr nahe Leistung, sind auch in den emotionalen Szenen sehr nah an dem, was realistisch ist und so zieht sich ein Realismus durch den Film, der zeigt, dass sich Geschichte und filmische Auseinandersetzung nicht ausschliessen muss.
Der Film ist natürlich nur ein leichter Einstieg in das Thema, er endet auch an einem Punkt, an dem man sagen muss, dass es für Hitler zwar in der Riege der Macht nicht weitergehen konnte, aber der Ansatz zu einem wirklich historischen wichtigem Film ist da und nicht umsonst hat der Film 2 Emmys bekommen.

Dafür gibt es 4 Rosen:

4. März 2018

[Neulich im Kino] Shades of Water - Das Flüstern des Wassers

Hallo ihr Lieben,

einige habe es sicher schon gelesen, ich war letzten Samstag im Kino und habe mir den Film "Shades of Water - Das Flüstern des Wasser" angesehen. 

Handlung:
Die stumme Elisa (Sally Hawkins) ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda (Octavia Spencer) ein streng geheimes Experiment entdecken, das in dem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen (Doug Jones) an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien – allerdings steht die Liebe unter keinem guten Stern, denn nun wird das Paar gnadenlos vom Militär und dem Laborleiter Strickland (Michael Shannon) gejagt, die das außergewöhnliche Geschöpf und seine heilenden Kräfte bei einem Kriegsausbruch gegen die Sovjets einsetzen wollen...

Bildquelle: ~*~ Klick ~*~
Details:
Starttermin: 15. Februar 2018 (2 Std. 03 Min.)
Von: Guillermo del Toro
Mit: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins mehr
Genres: Fantasy, Drama, Romanze
Produktionsland: USA
Originaltitel:  The Shape of Water
Verleiher: Fox Deutschland
Produktionsjahr: 2017
Filmtyp: Spielfilm

Trailer:

Eigene Meinung:
Wenn ich etwas über den Film erzählen würde, was würde es sein? Weil es keine wirkliche Liebesgeschichte, es ist auch kein Märchen, es ist eine Geschichte über das Leben - das Leben der stummen Putzfrau Elisa, die in ihrer kleine Wohnung über einen Kino lebt, ihrem Nachbarn Giles mit durch das Leben bringt, weil er erfolglos als Werbezeichner ist und ihre Arbeit in einem Hochsicherheitslabor der Amerikaner nachgeht. Doch eine neue Lieferung ins Labor verändert alles, den das Wesen, was da untersucht werden soll, ist für Elisa mehr als nur ein Versuchsobjekt und die Gefühle zwischen ihnen werden immer intensiver. Doch sowohl Amerikaner wie auch Sovjets wollen die Eigenschaften des Wesen für sich nutzen und so muss Elisa versuchen, dem Fischwesen das Leben zu retten...
Der Film nimmt einen komplett gefangen, man wird in die Welt von Elisa gezogen, der Film kommt eben auch mit wenig Sprache auch und überzeugt mehr mit Bildern und kleinen Gesten. Die Dramatik nimmt über den Film immer mehr zu, zu Beginn denkt man nicht, dass sich das Ende so zuspitzen würde. 
Die Darsteller sind wirklich gut besetzt, keine Handlung wird in den Vordergrund gestellt, sondern der Film verteilt sich wirklich gut über alle Charaktere, man hat das Gefühl, dass man mit Elisa in ihrem Leben lebt und da nicht nur zu Gast ist. 
Durch den Einsatz von Retro-Geräten (Telefon und Fernseher) und auch der Musik der Zeit, fühlt man sich zeitweise etwas an LaLa-Land erinnert, aber der Ansatz des Filmes ist völlig anders. 
Das Film schneidet auch immer wieder die Themen der damaligen (und teilweise auch noch heutigen) Themen des Rassismus und der Ausgrenzung an, was man so am Rand des Filmes geschickt eingebaut hat. 
Ein toller Film mit wirklich guten Darstellern, der einfach nur glücklich macht. 
Unbedingt ansehen, wenn man Lust auf eine schöne Liebesgeschichte hat. 

Dafür vergebe ich 5 Rosen:

Alles Liebe,
Katja

24. Mai 2017

[Filmrezension] Systemfehler - Wenn Inge tanzt

Bildquelle: filmstars.de
Handlung:
Der junge Punkrocker Max (Tim Oliver Schultz) ist ziemlich ehrgeizig und versteht sich mit der eher nerdigen Inge (Paula Kalenberg) so ganz und gar nicht. Besonders schlimm ist es, seit Max Inge mit dem Song "Wenn Inge tanzt" vor der ganzen Schule bloßgestellt hat. Doch für Max und seine Bandkollegen Fabio (Tino Mewes), Joscha (Constantin von Jascheroff) und Lukas (Thando Walbaum) ist es der große Hit und sie stehen mit ihrer Band "Systemfehler" nun endlich kurz vor dem großen Durchbruch.

Ausgerechnet vor dem wichtigen Gig, der ihnen einen Plattenvertrag einbringen könnte, verletzt sich Gitarrist Joscha und fällt aus. Aber Max' cooler Onkel Herb (Peter Kraus), der selbst früher ein Schlagerstar war, bringt die Band auf eine ausgefallene Idee. Denn auch Inge ist eine hervorragende Gitarristin und die Einzige, die kurzfristig einspringen könnte. Doch sie stellt Bedingungen: Den großen Hit "Wenn Inge tanzt" will sie auf keinen Fall spielen ...

Trailer:

Details:
Originaltitel: Systemfehler - Wenn Inge tanzt
Genre: Musikkomödie, DE 2013
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Filmverleih: Splendid Film (Fox)
Filmlänge: 98 Minuten
FSK-Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Kinostart (DE): 11.07.2013
Darsteller: Tim Oliver Schultz, Paula Kalenberg, Tino Mewes, Constantin von Jascheroff, Thando Walbaum, Peter Kraus u.a.
Regisseur: Wolfgang Groos
Drehbuch: Thomas Winkler, David Ungureit, Rainer Ewerrien
Produktion: Andreas R. Klein, Sandro Lorino, Ingo Schuenemann
Musik: Helmut Zerlett
Kamera: Armin Golisano
Schnitt: Jens Müller

Eigene Meinung:
Max lebt seinen Traum - er spielt mit seiner Band Systemfehler immer wieder kleiner und größere Gigs, ihr Song "Wenn Inge tanzt" lief sogar schon im Radio und der Durchbruch ist zum Greifen nach, doch dann passiert Joscha ein kleiner Unfall auf einem Gig, der ihn darin hindert, bei dem wichtigsten Gig der Band zu spielen, also muss ein Ersatz her. Doch leider wird das nicht so leicht wie gedacht. 
Max Onkel Herb - ein etwas schräger Schlagerstar der 70er - schlägt ihnen Inge vor, die zwar nach Zögern darauf eingeht, aber nicht ohne Bedingungen...

An sich ist die Geschichte etwas platt, weil man sich zu Beginn des Filmes eigentlich schon das Ende zusammenreimen kann, aber die Art und Weise, wie der Film gemacht ist, macht das wett, weil er einfach zeigt, dass es eben nicht nur um die Musik und die Band geht, sondern auch um Gefühle, Freundschaft und Respekt voreinander und das zeigt der Film recht gut. Klar gibt es Zickerei und Eifersucht, aber das ist ein Teenagerfilm und dann ist das auch normal. 

Tim Oliver Schultz und Paula Kalenberg gehen in ihren Rollen wirklich auf und zeigen, dass man sich nicht nur mit Augen töten und verspotten kann, sondern dass man damit auch Gefühle zeigen kann, die Art wie die beiden spielen, machen den Film wirklich besonders. 

Besonders getragen wird der Film durch die einprägsame Musik, die wirklich Ohrwurmqualität hat, man kann sich auch in x Versionen im Netz finden und das zeigt eigentlich schon, dass eigentlich die Musik mehr den Film beflügelt als die Story, weil sie schon an eigenen Stellen klischeehaft ist, aber bei der Musik haben sich die Macher wirklich etwas gutes einfallen lassen, so leicht bekommt man "Wenn Inge tanzt" nicht aus dem Kopf. 

Junges deutsches Kino, das Lust auf mehr macht, mit Darstellern, die zeigen, dass man kleine Geschichten auch sehr unterhaltsam erzählen kann ohne dabei gleich auf Werte zu verzichten. Ein kurzweiliges Filmvergnügen, das zum Abschalten und Spass haben für die ganze Familie geeignet ist, auch wenn man über die paar Schimpfwörter hinweghören sollte. Einfach anschauen, geniessen und sich von der Musik mitziehen lassen. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

29. Januar 2017

[Filmrezension] Draussen am See

Bildquelle: Amazon
Handlung:
Die vierzehnjährige Jessika lebt in einer vierköpfigen Familie. Das in sich zurückgezogene Mädchen genießt die Geborgenheit der Eintönigkeit, die nur durch die gemeinsamen Fahrten der Familie zu einer Laube an einem See unterbrochen wird. Als der Vater arbeitslos wird, bricht die Idylle auseinander. Die Mutter Tine wird zur Versorgerin der Familie, und Jessika muss dabei zusehen, wie ihr Vater nach und nach verwahrlost. Ohne ihrer Familie etwas davon zu sagen, wird Tine schwanger. Als das Kind zur Welt kommt, wird es von ihr getötet und von Ernst anschließend auf dem Grundstück der Laube vergraben und einbetoniert. Jessika und ihre Schwester ziehen bei ihren Eltern aus und suchen sich eine gemeinsame Wohnung. Zuletzt meldet Jessika das Grab des Kindes der Polizei.

Trailer:

Details:
Deutscher Titel: Draussen am See
Gerne: Drama
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Darsteller: Elisa Schlott, Petra Kleinert, Michael Lott, Sina Tkotsch, Maximilian Befort, Benjamin Trinks
Regisseur: Felix Fuchssteiner
Musik: Philipp F. Kölmel
FSK: ab 12 Jahre freigegeben
Studio: mem-film
Erscheinungstermin: 04.11.2010
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 105 Minuten

Meinung:
Draussen am See steht eine Laube, eine Laube, die für die Familie eigentlich immer Glück und Ruhe bedeutet hat, doch ein Segelausflug an einem Sonntag ändert alles. Der Vater (verkörpert von Michael Lott) verkündet, dass er seine Arbeit verloren hat und die heile Welt, die um Jessika (gespielt von Elisa Schlott) und ihre Familie zu existieren scheint, bekommt nach und nach Risse. Nicht nur, dass der Vater durch die anhaltende Arbeitslosigkeit zusehens den Halt verliert, auch ihre Mutter (verköpert von Petra Kleinert), die nun wieder als Ernäherin der Familie als Erzieherin arbeitet, wendet sich emotional immer mehr von der Familie ab. Doch sie wird schwanger, sagt aber keinen etwas und bringt das Kind heimlich auf die Welt und danach gleich um. 
Jessika, die an sich eher zurückhaltend ist, bekommt diese Tat mit und verändert sich daraufhin noch mehr, sie zieht sich zurück, wird aber mit dem, was sie gesehen hat, nicht wirklich fertig und begeht schliesslich einen Selbstmordversuch, der aber die Familie auch nicht aufrütteln kann, nur ihre Schwester (gespielt von Sina Tkotsch) begreift langsam, wie schlimm es um die Familie steht...

Elisa Schlott überzeugt in dem Film wahnsinnig durch ihr Spiel, sie zeigt eine zerbrechliche junge Frau, die fast immer erst schaut und die Veränderungen in ihrer Umgebung sehr wohl wahr nimmt. Sie trägt den Film und vermittelt das melancholische Gefühl des Filmes sehr gut. 

Neben ihr verblassen die anderen Charaktere etwas, die Verwahrlosung des Vaters zeigt sich am deutlichsten, von der Mutter bekommt man in dem Film recht wenig mit und auch die Schwester nimmt gegen Ende des Filmes erst eine Gestalt im Film an, dabei bleiben aber alle Nebendarsteller eher durch ihre Beziehung zu Jessika wichtig. 

Der Film, der nur mit wenigen Mitteln finanziert wurde und das Debüt des Regisseurs Felix Fuchssteiner ist, zeigt, dass man auch mit wenigen Mitteln einen Film über ein erstes Thema machen kann, auch wenn es vielleicht nicht viel mehr als eine Momentaufnahme einer Familie aus der Vogelperspektive ist. Die Kommentare von Jessika, die als Off-Kommentare eingebaut werden, beschreiben immer mehr die Lage, in der sie sich emotional befindet, dennoch bleibt sie dabei recht wissenschaftlich, an manchen Stellen wirken sie auch unpassend.

Der Film hinterlässt beim Zuschauer ein wahnsinnig bedrückendes Gefühl, weil die Krise, in die Familie gerät, alltäglich ist und die heile Welt, die nach aussen hin gezeigt wird, meist nicht existiert. Ein Drama, das immer noch aktuell ist und zeigt, wie schnell eine Idylle zur Hölle werden kann. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

17. Januar 2017

[Filmrezension] Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen

Quelle: filmstars.de
Handlung:
Als Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) den aufstrebenden Unternehmer Christian Grey (Jamie Dornan) für ihre Universitätszeitung interviewt, begegnet sie einem Mann, mit dessen arroganter und anzüglicher Art sie nicht recht umzugehen vermag. Doch den attraktiven Milliardär umhüllt eine anziehende Aura, der sich die junge Frau schon bald nicht mehr entziehen kann. Anastasia, ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Liebe und Begehren, gibt sich der Faszination hin. Grey kostet es keine Anstrengung, die Studentin in seine Arme zu treiben. Seine einschüchternde Art löst bei Anastasia Angst und körperliche Zuneigung zugleich aus. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Affäre, wobei der junge Mann stets die Oberhand behält. Im Laufe ihrer Liaison begegnet Anastasia den dunklen Geheimnissen des vermögenden Mannes und entdeckt an sich ungeahnte Seiten der Lust, Fesseln und Peitsche eingeschlossen.

Trailer:

Details:
Deutscher Titel: Fifty Shades of Grey
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Genre: Erotik, Drama
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Darsteller: Dakota Johnson, Jamie Dornan, Luke Grimes, Jennifer Ehle, Eloise Mumford
Regisseur: Sam Taylor-Johnson
Komponist: Danny Elfman
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 18. Juni 2015
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 123 Minuten

Meinung:
Vorneweg erstmal ein Wort:
Ich habe das Buch gelesen und nun auch endlich den Film gesehen und natürlich sind Buch und Film zwei verschiedene Medien und man kann dann nicht erwarten, dass alle Informationen, die auf über 600 Seiten verarbeitet werden, auch in einen etwas mehr als 2 Stunden langen Film passen, das sollte aber auch verständlich sein. 
Ich bin an den Film recht offen herangegangen, weil ich fand das Buch nicht schlecht und nun ergab sich eben die Möglichkeit, auch den Film mal zu sehen und so habe ich mir einfach mal die Zeit genommen und habe mir den Film in Ruhe angesehen. 

An sich ist der Film wirklich schön gemacht, es fehlt nichts wichtiges in der Beziehung zwischen Anastasia und Christian und auch wenn man das Buch nicht kennt, kommt man super mit der Handlung mit. Auch ist die Erotik in schönen Licht und wirklich ästhetisch dargestellt und wirkt dadurch keins weg zu schlüpfrig oder gar wie ein herkömmlicher Porno. Trotzdem sind sie sehr dezent und man hätte bei FSK 16 etwas mehr erwartet.

Bevor man in dem Film geht, sollte man sich bewusst sein, dass es eben eine recht modere Liebesgeschichte ist und nicht das klassische Schema, was man immer in den Filmen hat. 
Die Beziehung zwischen Anastasia und Christian ist eben geprägt von Christians Vorliebe zum BDSM und genau das ist der Konfliktpunkt in der Beziehung. Anastasia hat zu Beginn keine Ahnung, was da auf sie zukommt. Trotzdem kann man im Laufe des Films immer mehr beobachten, dass sie sich beide schon verlieben, auch wenn es bei beiden etwas anders aussieht.

Dakota Johnson hat mir besonders gut gefallen, sie schafft die Wandlung zwischen der schüchterne und unbedarften Anastasia wirklich gut, auch die Liebe zu Christian stellt sie wirklich gut dar. Leider wird sie in dem Film zu sehr zum Dummchen, was dann schon schade ist.
Jamie Dornan macht in seiner Rolle auch eine gute Figur, auch wenn ich mit Christian Grey aus dem Buch anders vorgestellt habe und er mich nicht wirklich anspricht in seiner Rolle. 
Die Darstellung der Situation zwischen den beiden gelingt wirklich gut, auch wenn viele Passagen aus dem Buch weggelassen werden, wodurch schon einiges in den Charaktere verloren geht. 

Wer an den Film schon als Kritiker ran geht, sollte den Film vielleicht besser nicht sehen, aber wer offen ist und auch mit den Bücher gut hin kam, sollte sich den Film ruhig mal ansehen, weil er ist ein netter Zeitvertreib, der eben auch für Leute gedacht ist, die eben die Bücher nicht kennen. 

Dafür gibt es 3 Rosen:

8. Februar 2016

[Filmrezension] Anderst schön

© NDR/Christine Schroeder
 Der Blaumann steht ihm einfach: 
Charly Hübner als Hausmeister Roger Müller mit Hund Walter

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~ Cast und Crew ~
Genre: Sozialtragikomödie 
Land: Deutschland
Jahr: 2015
Regie: Bartosz Werner 
Drehbuch: Wolfgang Stauch 
Kamera: Rodja Kükenthal 
Szenenbild: Susanne Müller
Kostümbild: Rautgundis Beutel
Schnitt: Stefan Kobe
Musik: Eckart Gadow
Produktionsfirma: filmpool fiction
NDR, Degeto / Fernsehfilm
EA: 12.6.2015, 20.15 Uhr (ARD) 


 ~ Darsteller ~
Steffi Kühnert - Hilde Hein
Barbara PhilippNachbarin
Emilie Neumeister - Jill Bahlow
Christina GrosseEllen Bahlow
Renate Krößner - Katrin Müller
Kida Khodr Ramadan - Attila Üzgül
Hermann BeyerHermann Schröder
Charly Hübner - Roger Müller
Christoph Jungmann - Nachbar


~ Handlung ~
Anderst schön: Warmherzige Komödie mit Charly Hübner als Hausmeister in einer Schweriner Platte.

Hausmeister Roger scheint in einer Sackgasse angekommen. Er fristet sein Dasein gemeinsam mit anderen verkrachten Existenzen in einem Schweriner Plattenbau. Doch dann schickt das Schicksal einen Sonnenstrahl: Ellen hat sich für den Start in ein neues Leben ausgerechnet dieses Wohnsilo ausgesucht. Roger ist hin und weg, aber seine trinkfreudige Mutter sorgt dafür, dass ihrem Sohn die Flausen gründlich vergehen. Natürlich lässt sich die Liebe nicht beirren, auch wenn sie einen Umweg in Kauf nehmen muss.

~ Rezension ~
Durch Zufall in der Fernsehzeitung gelesen und dann auf einen wirklich sehr realistischen Film gestossen. 
  
© NDR/Christine Schroeder

Roger und Jill (Emilie Neumeister, li.) sitzen mit den beiden Provinzindianern der Hausgemeinschaft (Barbara Philipp, Christoph Jungmann) am Feuer, um die Abrissarbeiten aufzuhalten, die in der Siedlung voll im Gang sind.

Charly Hübner brilliert als Roger Müller, der Hausmeister in einer Schweriner Plattenbausiedlung, ist eigentlich in seinem Leben gefangen. Er kümmert sich um seine Mutter, kümmert sich um seine Nachbarn und versteht sich mit allen in seinem Block richtig gut. 
Doch dann durchbricht Ellen den Kreislauf, sie zieht mir ihrer Tochter Jill von Berlin nach Schwerin, um dort im "Konti" zu arbeiten und weil die Miete billig ist. 
Zunächt kann Ellen nichts mit Roger anfangen, aber Jill freundet sich recht schnell mit Roger an und entdeckt dabei, was für ein treuer und gutherziger Mensch er ist. So kauft er immer die Schafe von Attila, dem Dönermann (der eigentlich nur Gemüse-Döner verkauft) ab, damit sie nicht geschlachtet werden und hat ihnen eine Unterkunft auf dem Dach der Platte gebaut.  
Ellen, die mit ihrer Rolle als Mutter eigentlich fertig wird, aber es finanziell einfach nicht reichen will, beginnt bei einem SMS-Service zu arbeiten, um etwas dazu zuverdienen, lernt dabei aber Roger genauer kennen, was die beiden einander näher bringt. Als Ellen Roger gesteht, dass sie für seine Rechnung über 2000 € verantwortlich ist, zieht sich Roger auf ihr Dach zurück...
Anderst schön ist einfach ein Film über das Leben, über die Liebe und über Leid, was eben nicht den grossen Spielfilm ergibt, aber eine schöne ehrliche Geschichte rund um einen nicht so wirklichen "Helden" Roger, der einfach versucht, sein Leben schön zu gestalten, dabei aber immer wieder an seine persönlichen Grenzen gerät, aber trotzdem nicht an seinem Leben verzweifelt.
In dem Zusammenhang mit dem Film liest man immer wieder das Wort "Ostalgie-Kischkomödie", was aber in meinen Augen gar nicht so ist, weil der Film spiegelt das Leben in einem Plattenbau wider, in dem sich die Menschen Jahre oder Jahrzehnte lang kennen und schätzen. 
Man kennt sich und man vertraut sich und das merkt man immer wieder in dem melancholischen Film, der aber immer eine leiche Brise Hoffnung verspürt, die einfach dem ganzen Film so etwas die Ernsthaftigkeit nimmt, ihn aber trotzdem nicht in den Kitsch abrutschen lässt.  

Dafür gibt es 4 Rosen:

28. September 2013

[Filmrezension] Das Mädchen Wadjda

Hallo ihr Lieben,

letzten Montag war ich im mal wieder im Kino und habe mir den Film "Das Mädchen Wadjda" angesehen, der mich sehr bewegt hat. 

Hier erstmal der Filmtrailer: 

Der Film war eher ein Zufallsfund in meinem Lieblingskino und da ich einen Trailer im Vorprogramm eines anderen Films gesehen hatte, wollte ich den gerne sehen. 

"Das Mädchen Wadjda" führt uns in die Gegenwart in Saudi-Arabien, um genau zu sein nach Riad. Wadjda entdeckt auf ihrem Schulweg durch Zufall ein grünes Fahrrad, dass sie gerne haben möchte um mit Abdullah, dem Nachbarsjungen, Fahrradrennen zu fahren und ihn auch zu schlagen. Wadjda schert sich mit diesem Wunsch nicht darum, dass Mädchen und Frauen in ihrem Land weder Auto noch Fahrrad fahren dürfen. Um das Geld für das Fahrrad zusammenzubekommen, nimmt sie an einem Koran-Rezitationswettbewerb teil, um mit dem Geldgewinn das Fahrrad zu kaufen. 
Nebenher bekommt man auch viel von Wadjdas Leben mit - ihre Mutter hatte immer wieder Probleme mit dem Fahrer, der sie täglich zur Arbeit bringt und Wadjdas Vater, der zwar mit ihre Mutter zusammen ist, bereitet sich gleichzeitig auf die Hochzeit mit seiner Zweitfrau vor...

Der Film zeichnet ein bedrückendes Frauenbild in heutigen Arabien, aber dennoch ist der ganze Film so von Hoffnng durchzogen, weil Wadjda sich nicht darum schwert, was ihr verweigert werden soll, sondern versucht ihren eigenen Weg inmitten von anachronistischen Regeln und Konversationen zu finden und sich zu behaupten.

Der Film ist im Übrigen eine kleine Revolution, den die Regisseurin Hafiaa Al Mansour erzählt mir ihrem Filmdebüt nicht nur eine hinreisende Geschichte, sondern dreht damit auch den ersten saudi-arabischen Spielfilm überhaupt (zu bemerken ist hierbei, dass es in den Golf-Staaten keine Kinos gibt!), der noch dazu direkt vor Ort gedreht wurden und dadurch sehr authentisch wirkt. 

Waad Mohammed, die Wadjda im Film verkörpert, spielt sehr selbstbewusst und geht völlig in der Rolle auf. Sie steht praktisch für das normale Mädchen inmitten von Männern, das sich nicht anpassen will, weil sie einfach andere Vorstellungen von ihrem Leben hat.

Sollten die Mädchen aus den Golf-Staaten den Film je sehen, wird er ihnen hoffentlich ein Lichtblick in ihrem Leben sein. Er macht Mut zur Veränderung und zeigt, dass Selbstbehauptung zu einem kleinen Glück führen kann.

Eine echt Filmempfehlung - also wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch den Film an. :-)

Mehr Infos zu dem Film gibt es hier: http://www.wadjda-film.de/