
Die Stifte sind weggelegt, der Puls ist (fast) wieder im Normalbereich: Der erste große Meilenstein meines Studiums liegt hinter mir. Ich habe meine ersten beiden Geschichtsklausuren geschrieben!
Nach all der Vorbereitung, den Bergen an Skripten und den unzähligen Stunden in der Bibliothek fühlt es sich fast seltsam an, nicht mehr über Jahreszahlen und Quellenkritik zu brüten. Aber bevor ich mich in die vorlesungsfreie Zeit stürze, wollte ich kurz Revue passieren lassen, wie es gelaufen ist.
Klausur Nr. 1: Von Linear B bis zu dem Langobarden (Themenbereich: Antike)
Die erste Prüfung war für mich besonders aufregend, weil ich ja noch gar nicht genau wusste, was mich erwartet.
Das Thema war an sich sehr voll mit grossen Themenblöcken, weil da auch sehr viel Drum Herum reinspielt. Aber ich habe die Prüfung geschafft, auch wenn ich denke, dass ich im Essay Teil etwas wenig geschrieben habe. Die Klausur bestand aus einem Teil Wissen (also Fragen zum Ankreuzen und einen weiteren Teil mit kurzen Antworten) und 2 Essays, die geschrieben werden mussten. Bei den Essay Themen hatten wir 6 Fragen im Vorfeld bekommen, die auch zum Glück so dran kamen und ich habe über den Unterschied zwischen der Spätantike und der Zeit davor und über das Charisma von hellenischen Königen im Sinne von Max Weber geschrieben. Ihr merkt wahrscheinlich schon an den Themen, dass das schon recht komplexe Themen waren.
Klausur Nr. 2: Das Heilige Römische Reich zwischen Reformation und Religionskrieg 1495 - 1648 (Themenbereich: Frühe Neuzeit)
Nur kurze Zeit später stand schon die zweite Hürde an. Man sagt ja, beim zweiten Mal wird es routinierter, aber das Heilige Römische Reich hatte es trotzdem in sich.
Neben einem auch sehr komplexen Themenblock war es hier etwas schwieriger, weil wir mussten hier auch 2 Essays schreiben, aber die Themen waren nicht wirklich vorgegeben und die Vorlesung sehr umfangreich, weil viele Themen vor allem ineinander greifen. Ausgewählt habe ich dann als erstes Thema die histographische Deutung des Heiligen Römisches Reiches bis heute, was spannend ist, weil wir hier von der "hässlichsten Zeit der deutschen Geschichte" zu einer modernden Deutung als Friedens- und Rechtsordnung gehen. Das Essay lag mit etwas mehr als 2 Seiten auch im Rahmen (gefordert waren pro Thema 2 - 4 Seiten), als anderes Thema habe ich die Behauptung, der 30 Jährige Krieg wäre ein reiner Religionskrieg gewesen auseinander nehmen wollen, hier fehlt mir dann aber die Zeit, so das ich nur auf 1 1/2 Seiten gekommen bin. Ich hatte im Vorfeld alle wichtigen Punkte notiert, damit ich im Schreiben nichts vergesse und die Zeit war dann einfach zu knapp für alles. Daran muss ich also noch feilen.
Mein Fazit zum ersten Prüfungsblock
Wenn ich eines gelernt habe, dann: Geschichte ist nicht gleich Geschichte. Das Auswendiglernen ist das eine, aber das Verständnis für die großen Zusammenhänge in der Prüfungssituation abzurufen, ist eine ganz eigene Kunst.
Ich bin froh, dass diese beiden Brocken nun geschafft sind. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen, bevor ich euch hier bald die erste Fachliteratur von Michael Rauhut vorstelle, die mich durch nächste Woche zu meinem Portfolio brauche.
Habt ihr auch gerade eine Prüfungsphase hinter euch? Wie geht ihr mit dem Post-Klausur-Blues um?
So, nun habt ihr gleich ein recht langes Update bekommen.
Alles Liebe,
Katja










