10. April 2026

Zwischen Rühmann, Kortner und meiner Oma – Mein Abschied von Mario Adorf

Es gibt Momente, die sind wie ein kostbares Geschenk verpackt. Einer dieser Momente war der 20. Oktober 2015. Ich weiß noch genau, wie meine Oma mich überraschte: Sie hatte Karten für das Boulevardtheater Dresden besorgt. Sie wusste, wie sehr ich diesen Mann bewunderte, und wollte mir den Wunsch, ihn einmal live zu erleben, unbedingt erfüllen.

Dort saßen wir also gemeinsam – zwei Generationen, vereint in der Ehrfurcht vor einer der letzten ganz großen Legenden: Mario Adorf.


Ein Abend voller Kinogeschichte 
Es war keine trockene Lesung. Es war ein Eintauchen in eine Welt, die wir heute oft nur noch aus Schwarz-Weiß-Klassikern kennen. Mit dieser unverwechselbaren, rauen und doch warmen Stimme ließ Adorf die Größen der Filmgeschichte lebendig werden. Er teilte Anekdoten über Heinz Rühmann, plauderte über seine Zeit mit dem legendären Fritz Kortner und gab uns tiefe Einblicke in seine eigene, unvergleichliche Karriere. Es fühlte sich nicht an wie ein Star, der von oben herab erzählt – es war, als säße man mit einem weisen Freund im Wohnzimmer.


Das kleine Wunder hinter den Kulissen 

Ich hatte damals zwei seiner Bücher dabei, in der Hoffnung auf eine Signatur. Eine offizielle Signierstunde gab es nicht, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Wir sprachen einfach eine Managerin vor Ort an. Und tatsächlich – das kleine Wunder geschah.

Heute stehen diese zwei signierten Bücher in meinem Regal. Und auch wenn ich sie in der emotionalen Hektik des heutigen Tages nicht auf den ersten Blick zwischen all meinen Schätzen gefunden habe: Ich weiß, dass sie da sind. Sie sind die physische Erinnerung an diesen Abend.

Was bleibt: Das Erbe und die Dankbarkeit 

Dass Mario Adorf nun mit 95 Jahren von uns gegangen ist, schließt einen Kreis. Wenn ich heute an diesen Abend zurückdenke, sehe ich nicht nur den großen Schauspieler auf der Bühne. Ich sehe meine Oma neben mir, deren Geschenk mir diesen Einblick erst ermöglicht hat.

Dresden hat heute ein Stück Glanz verloren, aber die Erinnerung an diesen Abend im Boulevardtheater wird mich immer begleiten. Ruhe in Frieden, Mario Adorf. Danke für dein Lebenswerk und danke für diesen unvergesslichen Moment, den ich für immer mit meiner Oma verbinden werde. 🕯️🌹

9. April 2026

Zwischen Anschlusszug-Krimi, Herzensmenschen und einem ganz besonderen Kick ✨

Manchmal schreibt das Leben die besten Skripte. Meine Reise nach Berlin startete mit dem klassischen DB-Nervenkitzel: Laut App war der Anschluss in Senftenberg weg. Doch dann das kleine Wunder – die Zugbegleiter haben sich kurzgeschlossen, die Züge haben aufeinander gewartet. Danke für diesen Moment von echtem Service! 🙏 Das gab mir die nötige Ruhe, um tief in Daniel Glattauers „Im Zug“ einzutauchen.

In Berlin angekommen, wartete eine Überraschung meines Schatzes auf mich, die mich schlichtweg sprachlos gemacht hat. ✨ Es sind diese Momente, die man nicht in Worte fassen kann, die mir aber den nötigen Kick und die Energie für alles geben, was in den nächsten Wochen ansteht. Danke für diesen magischen Moment! ❤️ Auch wenn ich die Details dieser Überraschung ganz bewusst privat halten möchte, war sie der Grund, warum ich für einige Zeit komplett offline war. Ich hoffe, ihr versteht das – manchmal muss man den Moment einfach ungestört genießen, um die Batterien für alles Kommende aufzuladen.


Der Abend führte mich zum Stammtisch der PopKulturOst. Was soll ich sagen? Ich habe dort wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt. Echte „Herzensmenschen“, die die ostdeutsche Musik- und Kulturszene mit Leidenschaft leben. Wir haben direkt beschlossen, in Zukunft enger zusammenzuarbeiten – vor allem auf meiner Kopfkirmes wird sich da einiges tun! 🤝🎸

Einige Gespräche gestern Abend haben bei mir Gänsehaut ausgelöst. Es gibt da eine Sache... etwas, das einer der ganz Großen unserer Musikgeschichte die Ehre erweisen wird, die sie verdient. Noch darf ich nicht zu viel verraten, aber seid gespannt! 🎤🤫


Die Rückreise mit dem Flixbus brachte mich schließlich gegen 3 Uhr morgens wieder nach Hause – müde, aber mit einem Kopf voller Inspiration. Es war jede Minute wert.


Quellennachweis & Weiterführende Links:

  • Netzwerk: Mehr über den PopKulturOst e.V.

  • Literatur: Daniel Glattauer - Im Zug Link: Dumont Buchverlag (Rezensionsexemplar)

  • Nachhaltig lesen: Das Buch gebraucht finden bei Medimops* / Rebuy* 

  • Support: Dir gefällt, was ich schreibe und wie ich meine Welt mit euch teile? Ich freue mich über eine virtuelle Rose bei Ko-fi🌹

  • Bildnachweis: Alle Fotos in diesem Beitrag wurden privat erstellt.

    • Urheberrecht & Bildrechte: © Katja Ertelt / Privatarchiv

    • Jegliche Nutzung oder Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung.

6. April 2026

☕️ Erweckung aus dem Dornröschenschlaf: Der Montagsstarter ist zurück!

 

Ihr Lieben, erinnert ihr euch noch? Es gab da mal eine Tradition hier auf dem Blog, die mir immer besonders viel Freude bereitet hat, im Alltagstrubel aber irgendwann untergegangen ist. Damit ist jetzt Schluss!

Ich freue mich riesig zu verkünden: Der Montagsstarter ist wieder da! 🥳

Ab heute wird es hier jeden Montag einen kurzen, knackigen Lückentext geben. Es ist für mich die perfekte Art, die Gedanken zu sortieren, kurz innezuhalten und gemeinsam mit euch in die neue Woche zu starten. Ein kleiner Zusatz-Post für die Extraportion Motivation (oder Realität, je nachdem, wie der Montag so läuft!).

Besonders freue ich mich, dass diese Aktion von der lieben Antetanni gehostet wird. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei!

Und so sieht mein Start in diesen (Oster-)Montag aus:

❶ Ich hatte ein schönes Osternest. 

❷ Ein bisschen Ruhe an den Feiertag wird gerne übersehen. 

An den Feiertagen habe ich vor allem das Konzert von Whysker gestern genossen, es war das erste Open Air 2026 und ich schreibe euch dazu noch die Tage ein bisschen mehr. 

Team Hase oder Ei? Eindeutig Team Hase - weil ich finde sie einfach süss. 

❺ Heute wird es ein ruhiger Ostermontag. 

❻ Das Eis im Baumstriezel gestern beim Konzert hat mir gut geschmeckt. 

Im Kalender steht diese Woche viel Vorbereitung für die Uni an (weil das Semester startet nächste Woche mit dem Vorlesungen), ich habe einiges an Content geplant und dann freue ich mich schon auf meine Trip nach Berlin morgen, wo ich meinen Schatz sehe und dann auch noch zum Stammtisch des Vereins PopKulturOst gehe (das geht sonst im Semester nicht).


Und bei euch?

Ich bin so gespannt, wie ihr in die Woche startet. Wenn ihr Lust habt, kopiert euch die Punkte gerne in die Kommentare und füllt sie selbst aus – oder verlinkt mir euren eigenen Beitrag! Auf eine tolle, neue (alte) Routine! ✨


Ein kleiner Kaffeeklatsch? ☕️

Ich freue mich riesig, dass diese alte Tradition wieder lebt! Wenn dir meine Beiträge gefallen und du mich bei meiner Blog-Arbeit ein wenig unterstützen möchtest, freue ich mich riesig über einen virtuelle Rose auf Ko-fi . Vielen Dank für deinen Support!

Credits & Inspiration: Der Montagsstarter ist eine wunderbare Aktion von Antetanni. Meinen Backlink zu ihrem Blog findet ihr hier: Link zum Blogbeitrag.

Bild: Erstellt mit Ideogram.

2. April 2026

Rezension: „Der Tiger“ – Wenn der Stahl zum Spiegel der Psyche wird

Mit dem neuen Amazon-Original „Der Tiger“ wagt sich Dennis Gansel an ein Thema, das im deutschen Kino oft zwischen Pathos und reiner Materialschlacht schwankt. Doch wer hier ein klassisches Action-Epos erwartet, wird überrascht: Der Film ist eine psychologische Obduktion, die handwerklich auf höchstem Niveau agiert und den Zuschauer tief in den moralischen Abgrund der Endphase des Zweiten Weltkriegs reißt.

Das Setting: Klaustrophobie und Handwerk

Zunächst muss man die handwerkliche Qualität loben. Die Kameraarbeit im Inneren des Panzers ist meisterhaft und fängt eine Enge ein, die fast physisch spürbar ist. Auch wenn das geschulte Auge kleine historische Filmfehler entdeckt – etwa bei spezifischen Ausrüstungsdetails –, fallen diese kaum ins Gewicht. Warum? Weil der Film keine Dokumentation sein will, sondern eine Atmosphäre schafft, die den emotionalen Ausnahmezustand der Besatzung ins Zentrum rückt.

Chemische Kameradschaft: Die Erosion der Beziehungen

Als Historikerin liegt mein Fokus hier besonders auf der Darstellung der Pervitin-Problematik. Der Film zeigt ungeschönt, dass dieser Krieg 1945 auch ein chemisch gepushter Wahn war. Doch der Konsum hat im Film eine tiefere, destruktive Funktion für das soziale Gefüge innerhalb des Panzers:

  • Künstliche Bindung vs. emotionale Isolation: Das Pervitin fungiert als Motor, der die Crew mechanisch funktionieren lässt, während die echten menschlichen Bindungen zerfallen. Wir sehen keine „Kameradschaft“ im klassischen Sinne mehr, sondern eine Schicksalsgemeinschaft, die durch den gemeinsamen Rausch und den darauf folgenden „Crash“ aneinandergekettet ist.

  • Die Dynamik der Charaktere: Die Interaktionen zwischen Leutnant Gerkens und seiner Crew schwanken zwischen aggressiver Reizbarkeit und apathischer Leere. Die Droge überdeckt die Angst, aber sie löscht auch die Fähigkeit aus, angemessen auf das Leid des anderen zu reagieren. Das macht die Beziehungen im Panzer so fragil und erschütternd – man ist sich körperlich nah, aber psychisch Lichtjahre voneinander entfernt.

 

⚠️ Historiker-Deep-Dive: Die Vorzeichen des Endes (SPOILER!)

Nur lesen, wenn du den Film bereits gesehen hast!

Das Ende von „Der Tiger“ hebt die Handlung von der materiellen auf eine fast schon metaphysische Ebene. Schon früh streut Gansel Hinweise, dass wir uns auf eine Reise befinden, die über das Physische hinausgeht:

  1. Der Tod des Freundes als Wendepunkt: In einer Welt, die durch Pervitin bereits entfremdet ist, wirkt dieser Verlust wie der finale Riss. Die emotionale Überforderung der Crew in diesem Moment zeigt deutlich: Die militärische Ordnung ist nur noch eine Hülle.

  2. Der „Skelett-Panzer“: Diese Szene ist das stärkste visuelle Indiz. Ein gegnerischer Panzer, besetzt mit Skeletten, verdeutlicht, dass die Protagonisten längst gegen den Tod selbst kämpfen. In der Endphase des Krieges wurde der Gegner oft als abstrakte, unaufhaltsame Naturgewalt wahrgenommen – dieser „Geisterpanzer“ spiegelt die Vorahnung des eigenen Schicksals wider. 

 

Mein Fazit

„Der Tiger“ besticht durch seine Ambivalenz. Er zeigt nicht nur, wie der Krieg aussah, sondern wie er die menschliche Psyche unter dem Druck von Ideologie, Chemie und Angst zerfetzte. Ein handwerklich starkes Stück Kino, das den „Tiger-Mythos“ mutig dekonstruiert.

Bewertung: 4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹

Warum ich diesen Film „anders“ sehe... 

Als angehende Historikerin ist mein Blick auf solche Produktionen immer ein zweischneidiges Schwert. Mich interessiert weniger die technische Perfektion, sondern ein Ansatz, der in der modernen Emotionsgeschichte zentral ist: Die Erforschung der Psyche und kollektiver Gefühle in Extremsituationen. Da mein Ziel im Studium die historische Filmberatung ist, prüfe ich Filme genau an dieser Schnittstelle: Vermitteln sie die „innere Wahrheit“ einer Epoche? „Der Tiger“ kommt dieser Wahrheit durch die Darstellung der psychischen Erosion sehr nahe.

 

Mehr erfahren & Unterstützen 🏛️✨

Dir gefällt meine historisch-analytische Perspektive? 🌹 

Meine Arbeit an diesen Rezensionen und die Recherche zur Emotionsgeschichte nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn du meine Arbeit unterstützen und mir einen „digitalen Kaffee“ ausgeben möchtest, freue ich mich riesig über einen Besuch auf meiner Ko-fi-Seite. Jeder Beitrag hilft mir, weiterhin tief in die Materie einzutauchen! 

29. März 2026

Vom Sprung ins Unbekannte zur digitalen Chronistin: Meine Reise mit Silly 🎸✨

Manchmal ist Archivarbeit mehr als nur das Sortieren von Quellen – es ist das Erzählen einer Geschichte, die man ein Stück weit selbst mitgeschrieben hat. Heute, beim Produzenten-Blick auf den zweiten Teil meiner „Silly-Serie“ (1990–1996) für Kopfkirmes, wurde mir klar, wie tief diese Wurzeln reichen.

Der Sprung ins Unbekannte: Riesa 2005 

Alles begann mit einer bewussten Entscheidung für das Unbekannte. Ich kannte Silly vor diesem Abend in der Erdgasarena kaum. Mein eigentlicher Magnet war Katy Karrenbauer – als Riesen-Fan ihrer Rolle in Hinter Gittern  und von ihr selbst (und das bis heute!) musste ich sie live sehen. Dass sie damals als Gastvocalist bei Silly dabei war, war mein Türöffner.

Ich stand in der ersten Reihe – vielleicht 200 Leute waren da – direkt vor Uwe Hassbecker. Ich wusste nicht, was mich erwartet, und wurde von dieser musikalischen Wucht völlig überrollt. Es war eine Zeit des Umbruchs für die Band, kurz nach dem Tod von Herbert Junck, und diese Intensität hat mich tief beeinflusst, ohne dass ich es in diesem Moment schon ahnen konnte.

Ein Leben voller Anknüpfungspunkte 

Über die Jahre tauchte Silly immer wieder als roter Faden in meinem Leben auf. 2009 bin ich ihnen fast schon „hinterhergetourt“ und habe kaum ein Konzert ausgelassen – das war noch vor dem großen Hype um Alles Rot. Sogar in meinem ersten Studium 2014 ließ mich das Thema nicht los: Ich schrieb meine Arbeit über die Rockerresolution in der DDR, ein Schlüsselmoment der Bandgeschichte.

Mein Archiv ist heute auch das Ergebnis einer fast lückenlosen Recherche: Bis auf das ganz neue Buch von Thomas Fritzsching („Silly – Die geklaute Band“) habe ich so ziemlich jede Literatur von und über Silly gelesen.

„Du kamst von Silly...“ 

Obwohl ich heute in vielen Genres unterwegs bin, bleibt Silly ein entscheidendes Fundament. Vor etwa drei Jahren sagte Dirk Zöllner im Interview für meinen Podcast: „Du kamst von Silly, aber warst dann plötzlich überall in der Szene unterwegs.“ Er hatte recht. Silly war der Anfang einer Reise, die mich durch die gesamte Musiklandschaft geführt hat.

Dass die Band heute meine Produktions-Einblicke in ihrer offiziellen Instagram-Story geteilt hat (ein riesiges Danke an Uwe für die Arbeit hinter den Kulissen! 🙏), schließt einen Kreis. Es zeigt mir: Wenn man Content mit echter Leidenschaft und tiefem Wissen füllt, kommt er dort an, wo er hingehört.


Mehr erfahren & Unterstützen 🏛️✨

Wenn ihr tiefer in die Welt von Silly eintauchen wollt, findet ihr hier die offiziellen Anlaufstellen:

Meine Literaturempfehlungen (Ref-Links): Ich habe über die Jahre fast alles zur Band gelesen. Wenn ihr euch auch ein Bild machen wollt, schaut mal hier rein (über diese Links unterstützt ihr meine Archivarbeit ohne Mehrkosten für euch):

Unterstütze das Archiv: Die Recherche und Aufarbeitung dieser Musikgeschichte kostet viel Zeit und Herzblut. Wenn dir mein Content auf Kopfkirmes oder hier im Blog gefällt, freue ich mich riesig über einen virtuelle Rose! 🌹