Posts mit dem Label Filmkritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Filmkritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21. August 2026

Freitags-Fokus: Filmabende im Museum, Partei-Engagiertheit & Rio Reisers Erbe

 

Hallöchen ihr Lieben!

Es ist wieder Freitag! Hinter mir liegt eine Woche, die sich wunderbar abwechslungsreich angefühlt hat – von intensiven Filmmomenten über politisches Engagement bis hin zu zeitlosen Musiklegenden. Schnappt euch euer Lieblingsgetränk, ich nehme euch mit in meinen aktuellen Fokus!

Fokus: Kino im Museum & Engagement vor Ort 🎬🏛️

Am Dienstag stand ein ganz besonderer Filmabend auf dem Plan: Im Deutschen Hygiene-Museum Dresden lief der Film „Durchgeknallt“ (Girl, Interrupted). Ich kannte den Film zwar schon, aber ihn in dieser Kulisse und auf großer Leinwand zu erleben, war noch einmal eine ganz andere, unheimlich intensive Erfahrung. Die ausführliche Rezension dazu ist bereits online – schaut unbedingt drüben auf meinem Buchblog vorbei!

Gestern Abend ging es dann politisch weiter: Ich war bei einer außerordentlichen Sitzung unseres Stadtverbands der Linken, um den kommenden Stadtparteitag vorzubereiten. Das war ein richtig gutes, motivierendes Treffen. Ich fühle mich in unserem Stadtverband einfach wahnsinnig wohl – lauter unterschiedliche Menschen, die aber alle eine riesige Lust darauf haben, gemeinsam etwas zu bewegen und anzupacken. Genau diese Energie braucht man!

Gelesen, Gehört, Gesehen 📚🎶📺

  • Gelesen: Diese Woche gab es keine abgeschlossene Lektüre, aber das ändert sich bald: Morgen schaue ich mir zum ersten Mal einen neuen Buchclub an und bin schon sehr gespannt auf die Runde und den Lesestoff!

  • Gehört: Ganz viel Rio Reiser. Er fehlt nun schon seit fast 30 Jahren, aber seine Texte und seine Haltung bleiben unsterblich. Ich habe gestern auch einen eigenen Text über ihn und sein Vermächtnis verfasst.

  • Gesehen: Neben dem Kinoabend im Hygiene-Museum standen abends vor allem fesselnde True Crime Videos auf dem Bildschirm – manchmal braucht der Kopf genau diesen packenden Nervenkitzel zum Abschalten.

Quellen & Weiterführende Links

Hier findet ihr die wichtigsten Anlaufstellen zu meinen Wochen-Themen:

Film, Musik & Blog:

Unterstütze mich:

  • Buchclub-Kaffee: Wenn ihr mir für die morgige Buchclub-Premiere einen virtuellen Kaffee spendieren möchtet, freue ich mich riesig über euren Support: Support me on Ko-fi!

Seid ihr selbst in einem Buchclub aktiv oder engagiert ihr euch lokal in Vereinen oder Initiativen? Und welcher Song von Rio Reiser bedeutet euch bis heute am meisten?

Eure Katja

30. Juli 2026

📽️ Rezension: Die reichste Frau der Welt

Großer Skandal, starke Besetzung – verfangen in den eigenen Nuancen

🎬 Filminfos auf einen Blick

  • Titel: Die reichste Frau der Welt

  • Gesehen bei: Filmnächten am Elbufer Dresden

  • Genre: Drama / Biopic / Satirisches Charakterdrama

  • Themen: Die Bettencourt-Affäre, Macht & Gier, toxische Dynamiken, Entmündigung, Erbe

Verschenktes Potenzial eines echten Milliardenskandals

Die Ausgangslage verspricht ein bissiges, psychologisch dichtes Charakterdrama: Es geht um die historische Tragödie rund um Liliane Bettencourt, die L’Oréal-Erbin und einst reichste Frau der Welt, ihre schillernde, fast parasitäre Beziehung zum Fotografen François-Marie Banier und den anschließenden bitteren Familienkrieg samt Entmündigungsprozess. Stoff für meisterhaftes Überfluss-Kino voller Abgründe wäre reichlich vorhanden gewesen. Doch der Film weiß mit seinem eigenen Reichtum an Material erstaunlich wenig anzufangen.

🎭 Starke Darsteller vs. die Falle der französischen Erzählweise

Man kann dem Film handwerklich wenig vorwerfen, was die Enttäuschung nach dem Screening bei den Filmnächten am Elbufer nur umso spürbarer macht. Der Film leidet an einem ganz spezifischen Paradoxon:

  • Das typisch französische Manko: Eigentlich lebt das französische Kino von seinen kleinen Momenten, den feinen Zwischenmenschlichkeiten, den Beobachtungen am Rande und den leisen Stimmungsbildern. Doch genau diese Inszenierung wird dem Film hier zum Verhängnis. Das Drehbuch verliert sich so sehr in diesen kleinen Augenblicken, dass jegliche narrative Stringenz flöten geht.

  • Fehlender roter Faden: Anstatt den Skandal dramaturgisch zuzuspitzen und die bizarren Machtgefüge konsequent aufzurollen, wirkt die Handlung zersplittert. Der rote Faden geht zwischen den hübsch anzusehenden Einzelbeobachtungen schlicht verloren.

  • Spürbare Längen: Viele dieser kleinen Szenen wollen nicht wirklich in den Gesamtablauf passen. Sie bremsen das Erzähltempo aus, ziehen das Geschehen unnötig in die Länge und hinterlassen das Gefühl von Leerlauf.

  • Glänzender Cast in starrer Kulisse: Die schauspielerischen Leistungen und die Inszenierung sind handwerklich unumstritten gut. Das Ensemble spielt stark auf und fängt die Dekadenz und die fragile Einsamkeit der gealterten Erbin authentisch ein. Doch selbst diese schauspielerische Strahlkraft kann die maue dramaturgische Umsetzung auf Dauer nicht aufwerten.

🌹 Fazit: Optisch chic, erzählerisch verfangen

Die reichste Frau der Welt scheitert nicht an seinen Darstellern oder der Optik, sondern an seiner fehlenden Linie. Die Liebe zu den typisch französischen, kleinen Nebenschauplätzen nimmt dem eigentlichen Konflikt die Schärfe und lässt den Film streckenweise zäh wirken. Man kann ihn sich durchaus anschauen – die edle Optik und die starken Schauspieler trösten über manche Strecke hinweg –, aber man muss eben mit deutlichen Abstrichen bei der Spannung leben.

Bewertung: 2,5 von 5 Rosen 🌹🌹🌿

☕ Dir gefällt meine Arbeit?

Meine Rezensionen und Analysen auf Miss Roses Media entstehen mit viel Herzblut, Recherche und Liebe zum Detail. Wenn dir dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen hat, kannst du meine Arbeit ganz einfach unterstützen:

👉 Unterstütze Miss Roses Media auf Ko-fi

Schon eine kleine virtuelle Tasse Kaffee hilft mir dabei, den Blog unabhängig zu betreiben, neue Filme und Bücher unter die Lupe zu nehmen und weiterhin fundierte Beiträge für dich zu erstellen. Vielen Dank für deinen Support! 🌹

Hier geht es zum Quellennachweis: Zu den Quellen

2. April 2026

Rezension: „Der Tiger“ – Wenn der Stahl zum Spiegel der Psyche wird

Mit dem neuen Amazon-Original „Der Tiger“ wagt sich Dennis Gansel an ein Thema, das im deutschen Kino oft zwischen Pathos und reiner Materialschlacht schwankt. Doch wer hier ein klassisches Action-Epos erwartet, wird überrascht: Der Film ist eine psychologische Obduktion, die handwerklich auf höchstem Niveau agiert und den Zuschauer tief in den moralischen Abgrund der Endphase des Zweiten Weltkriegs reißt.

Das Setting: Klaustrophobie und Handwerk

Zunächst muss man die handwerkliche Qualität loben. Die Kameraarbeit im Inneren des Panzers ist meisterhaft und fängt eine Enge ein, die fast physisch spürbar ist. Auch wenn das geschulte Auge kleine historische Filmfehler entdeckt – etwa bei spezifischen Ausrüstungsdetails –, fallen diese kaum ins Gewicht. Warum? Weil der Film keine Dokumentation sein will, sondern eine Atmosphäre schafft, die den emotionalen Ausnahmezustand der Besatzung ins Zentrum rückt.

Chemische Kameradschaft: Die Erosion der Beziehungen

Als Historikerin liegt mein Fokus hier besonders auf der Darstellung der Pervitin-Problematik. Der Film zeigt ungeschönt, dass dieser Krieg 1945 auch ein chemisch gepushter Wahn war. Doch der Konsum hat im Film eine tiefere, destruktive Funktion für das soziale Gefüge innerhalb des Panzers:

  • Künstliche Bindung vs. emotionale Isolation: Das Pervitin fungiert als Motor, der die Crew mechanisch funktionieren lässt, während die echten menschlichen Bindungen zerfallen. Wir sehen keine „Kameradschaft“ im klassischen Sinne mehr, sondern eine Schicksalsgemeinschaft, die durch den gemeinsamen Rausch und den darauf folgenden „Crash“ aneinandergekettet ist.

  • Die Dynamik der Charaktere: Die Interaktionen zwischen Leutnant Gerkens und seiner Crew schwanken zwischen aggressiver Reizbarkeit und apathischer Leere. Die Droge überdeckt die Angst, aber sie löscht auch die Fähigkeit aus, angemessen auf das Leid des anderen zu reagieren. Das macht die Beziehungen im Panzer so fragil und erschütternd – man ist sich körperlich nah, aber psychisch Lichtjahre voneinander entfernt.

 

⚠️ Historiker-Deep-Dive: Die Vorzeichen des Endes (SPOILER!)

Nur lesen, wenn du den Film bereits gesehen hast!

Das Ende von „Der Tiger“ hebt die Handlung von der materiellen auf eine fast schon metaphysische Ebene. Schon früh streut Gansel Hinweise, dass wir uns auf eine Reise befinden, die über das Physische hinausgeht:

  1. Der Tod des Freundes als Wendepunkt: In einer Welt, die durch Pervitin bereits entfremdet ist, wirkt dieser Verlust wie der finale Riss. Die emotionale Überforderung der Crew in diesem Moment zeigt deutlich: Die militärische Ordnung ist nur noch eine Hülle.

  2. Der „Skelett-Panzer“: Diese Szene ist das stärkste visuelle Indiz. Ein gegnerischer Panzer, besetzt mit Skeletten, verdeutlicht, dass die Protagonisten längst gegen den Tod selbst kämpfen. In der Endphase des Krieges wurde der Gegner oft als abstrakte, unaufhaltsame Naturgewalt wahrgenommen – dieser „Geisterpanzer“ spiegelt die Vorahnung des eigenen Schicksals wider. 

 

Mein Fazit

„Der Tiger“ besticht durch seine Ambivalenz. Er zeigt nicht nur, wie der Krieg aussah, sondern wie er die menschliche Psyche unter dem Druck von Ideologie, Chemie und Angst zerfetzte. Ein handwerklich starkes Stück Kino, das den „Tiger-Mythos“ mutig dekonstruiert.

Bewertung: 4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹

Warum ich diesen Film „anders“ sehe... 

Als angehende Historikerin ist mein Blick auf solche Produktionen immer ein zweischneidiges Schwert. Mich interessiert weniger die technische Perfektion, sondern ein Ansatz, der in der modernen Emotionsgeschichte zentral ist: Die Erforschung der Psyche und kollektiver Gefühle in Extremsituationen. Da mein Ziel im Studium die historische Filmberatung ist, prüfe ich Filme genau an dieser Schnittstelle: Vermitteln sie die „innere Wahrheit“ einer Epoche? „Der Tiger“ kommt dieser Wahrheit durch die Darstellung der psychischen Erosion sehr nahe.

 

Mehr erfahren & Unterstützen 🏛️✨

Dir gefällt meine historisch-analytische Perspektive? 🌹 

Meine Arbeit an diesen Rezensionen und die Recherche zur Emotionsgeschichte nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn du meine Arbeit unterstützen und mir einen „digitalen Kaffee“ ausgeben möchtest, freue ich mich riesig über einen Besuch auf meiner Ko-fi-Seite. Jeder Beitrag hilft mir, weiterhin tief in die Materie einzutauchen! 

28. Dezember 2021

[Filmrezension] Orangen zu Weihnachten - Eine klassisch-schöne Weihnachtsgeschichte

Handlung:
Die kleine Rose wird als Baby auf den Stufen des Greenwoods Waisenhauses ausgesetzt.
Dort nimmt sich die gutmütigen Mrs. Hartley (Nancy Stafford) ihrer an.
Gemeinsam mit anderen Kindern wächst sie dort in einer liebevollen Umgebung auf und alles scheint gut zu sein, bis eines Tages ein schwerer Schicksalsschlag alles ändert….

Rose wird in das Irongates Waisenhaus gebracht. Anstelle der Wärme und Freundlichkeit von Mrs. Hartley, erwartet sie dort die Strenge des kalten und grausamen Schulleiters Mr. Crampton.
Einzig an Weihnachten erwartet die Kinder dort ein kleiner Lichtblick:
Dann nämlich soll jedes Kind eine Orange vom freundlichen und großzügigen Bruder des Schulleiters erhalten und Rose ist zunächst voller Vorfreude.

Doch dieses Jahr liegt es allein an ihr und den anderen Waisenkinder das Weihnachtsfest zu retten und den hartherzigen Mr. Crampton, das Fest der Nächstenliebe näher zu bringen.

Trailer:

Details:
Alterseinstufung: ‎Freigegeben ab 6 Jahren
Darsteller: ‎Edward Herrmann, Nancy Stafford, Bailee Michelle Johnson, Bruce Newbold
Regisseur: ‎John Lyde, Bruce Newbold
Direktor: John Lyde
Komponist: James Schafer
Genre: Familienfilm, Drama, Weihnachtsfilm
Medienformat: ‎Dolby
Laufzeit: ‎1 Stunde und 40 Minuten
Produktionsjahr: 2012
Erscheinungstermin: ‎30. Oktober 2015
Studio: ‎Faith-Movies

Eigene Meinung: 
Rose wächst im Waisenhaus von Mrs. Hartley mit viel Liebe und Geborgenheit auf, aber die schöne Gemeinschaft im Waisenhaus wird je zerstört, so das Rose ins Waisenhaus zu Mr. Crampton geschickt wird, wo sie das ganze Gegenteil von dem erlebt, was sie kennt. 
Auch die neuen Kinder im Waisenhaus sind anders als sie es kennt, aber Rose schafft es, sich trotzdem in ihrem neuen Alltag zurückzufinden und es durch ihre gutherzige Art schafft, auch das Leben im Waisenhaus zu verbessern...
Der Film ist eher ein kleiner leiser Film, der aber die Botschaft von Liebe, Freundlichkeit und dem Schätzen der kleinen Sachen im Leben gut transportiert, gerade in der heutigen Zeit ist das wichtiger geworden, wo es nur noch um Medien und Konsum geht. 
Natürlich ist der Film etwas mit Klischees beladen, weil wir finden hier die klassischen Motive wie das arme Waisenkind, die gute Freundin oder auch den herzlosen Heimleiter wieder, aber die gehen in der sehr liebevoll gestalteten Geschichte eher unter oder treten in den Hintergrund. 
Natürlich muss man auch beachten, der Film ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt, also spielt er auch entsprechend der Zeit in den damaligen Verhältnissen, die aber schon in einem eher niederen Schicht angelegt ist. 
Es ist ein klassischer Weihnachtsfilm, der zeigt, dass man auch in schweren Zeit ehrliche und gutherzige Menschen treffen kann und der Film ist sicherlich kein Film nur für Weihnachten, aber ihn kann die ganze Familie ansehen, weil er jeden, egal ob jung oder alt, berührt. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Anschauen?
Streams:
Der Film ist aktuell in Amazon Prime enthalten: ~*~ Klick* ~*~
Zudem ist er bei JOYN zu sehen: ~*~ Klick ~*~

Die DVD bekommt ihr hier: 

Gebraucht gibt es die DVD auch hier: 

21. März 2020

[Filmrezension] Frozen - Eiskalter Abgrund

Bildquelle: ~*~ Klick ~*~
Handlung:
Ein spaßiger Ausflug auf die Piste, entwickelt sich für drei Studenten zum Alptraum ihres Lebens, als sie vor der letzten Abfahrt im Skilift stecken bleiben Als die Pistenpatrouille die Nachtbeleuchtung abschaltet, erkennen Dan, Joe und Parker mit zunehmender Panik, dass man sie im Skilift weit über dem Erdboden hängend vergessen hat. Ohne Aussicht auf Rettung ist das Trio fest entschlossen, verzweifelte Maßnahmen zu ergreifen, um dem eisigen Tod zu entkommen. Doch bald müssen die Drei feststellen, dass sie weitaus mehr zu fürchten haben als nur den eisigen Tod. Im Kampf ums Überleben müssen sie sich fortan der Frage stellen, ob ihr Überlebenswille stark genug ist, um einem grausamen Tod zu entkommen...

Trailer:

Details:
Darsteller: Emma Bell, Shawn Ashmore, Kevin Zegers, Ed Ackerman, Rileah Vanderbilt
Komponist: Andy Garfield
Künstler: Peter Block, Adam Green, Will Barratt, Bryan McBrien, Ed Marx, Cory Neal
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: LEONINE
Erscheinungstermin: 10. Dezember 2010
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 90 Minuten

Eigene Meinung:
Wenn ein harmloser Skiausflug zu einem Kampf ums Überleben wird, das ist die Geschichte, die uns der Plot und auch der Trailer zum Film versprechen. 
Dan, Joe und Parker sind drei Studenten, die eigentlich nur einen entspannen Wochenendtrip zum Skifahren geplant haben, doch dann kommt alles anders. Sie wollen die letzte Abfahrt nutzen, doch bleiben im Skilift hängen, werden da in einer Sonntag Nacht vergessen und der Lift öffnet erst wieder am Freitag. Mit dieser Erkenntnis beginnt ein Kampf ums Überleben, der zeigt, wie schnell sich die Menschen ändern können. 
Die Dramaturgie des Films ist recht gut angelegt, man fiebert mir, aber die Spannung schnellt dann nach unten und man hat das Gefühl, man geht irgendwie mit vielen Fragen aus dem Film und das ist einfach nicht so wirklich schön. 
Frozen erstreckt sich über 90 Minuten und zeigt, wie schnell eine alltägliche Situation plötzlich in den puren Horror umschwenken kann. Die drei Darsteller sind echt überzeugend, wobei es einige Stellen gibt, die etwas überspitzt sind. Trotzdem ist das Spiel der Emotionen sehr gut gemacht und zieht den Zuschauer mit in seinen Bann. 
Alles im Allem ist Frozen ein recht gut durchdachter Film mit einer beängstigend Atmosphäre, der aber sehr voraussehbar ist. Dadurch wird der Film etwas langweilig. 

Dafür gibt es 3 Rosen:

Anschauen?
Bei Maxdome ist der Film im Abo enthalten. 
Stream bei Amazon geht hier: ~*~ Klick* ~*~
Die DVD gibt es hier: ~*~ Klick* ~*~

13. März 2019

[Filmrezension] Hitler - Der Aufstieg des Bösen

Bildquelle: Google Bilder Suche
Handlung: 
Der Film beginnt mit Hitlers Kinderjahren in Österreich, in denen berichtet wird, dass er von seinem Vater geschlagen wird und dieser früh verstirbt. Dem jungen Adolf misslingt die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie, und seine Mutter stirbt an Brustkrebs. Angela Hammitzsch soll sich um Adolf kümmern. Adolf jedoch wird obdachlos in Wien, und ein Hass gegen Juden staut sich bei ihm auf, der sich später auf Kommunisten weiter ausbreitet: Der Judenhass ist zu dieser Zeit in Wien allgegenwärtig und fällt bei Hitler, der ein Ziel für seine blinde Wut braucht, auf fruchtbaren Boden.

Der Film erzählt weiter das Leben Adolf Hitlers von seiner Jugend in Linz, Wien und München über die Erfahrungen als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg, wie er nach einem Gasangriff mit Senfgas im belgischen Wervik beinahe erblindet und im Lazarett in Pasewalk lag. Hier erfährt er 1918 von der Novemberrevolution und der Kapitulation Deutschlands. Ihm gelingt es, als Redner der DAP, die kurz darauf als NSDAP bezeichnet wird, zum Parteivorsitzenden aufzusteigen. Zunächst war er als ein Spitzel bei der DAP vorgesehen worden; bei der Polizei hatte er auch Ernst Röhm kennengelernt.

Die Zeitung Völkischer Beobachter, das Hakenkreuz, der Hitlerbart und der Hitlergruß popularisieren seine Partei. Hitler lernt das ehemalige Flieger-Ass Hermann Göring kennen und überzeugt den ehemaligen Chef der dritten Obersten Heeresleitung, Erich Ludendorff dazu, sich ihm anzuschließen. Außerdem schart er Verbündete um sich, die ihm treu ergeben sind, wie Ernst Hanfstaengl oder Rudolf Heß. Der gescheiterte Hitlerputsch wird im Film als Folge der Inflation 1923 und von Kahrs Verhalten dargestellt.

Nach der raschen Niederschlagung des Putsches bricht für Hitler eine Welt zusammen. Von einem Suizid hält Helene Hanfstaengl Hitler ab, und er wird vor Gericht gestellt. Ihm gelingt es jedoch, ähnlich seinen Reden im Bürgerbräukeller auch im Gericht eine mildere Strafe zu erhalten. Er wird zu fünf Jahren Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg verurteilt, jedoch mit einer Begnadigung nach 9 Monaten versehen. Sowohl im Gericht als auch in der Festung trifft er auf nationalistisch Gesinnte, die ihn heimlich bewundern. In Landsberg schreibt er Mein Kampf.

Die Beziehung zu seiner Nichte Geli Raubal, die vielfach Anlass zu Spekulationen geboten hat, wird im Film breit dargestellt. Geli begeht schließlich Suizid und wird dann von Eva Braun in seinem Leben ersetzt.

Hitler erhält 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft, und sein weiterer Aufstieg zum „Führer und Reichskanzler“ wird dargestellt. Der Reichstagsbrand 1933 und das Ermächtigungsgesetz mit der Verkündigung in der Krolloper, wobei hier das Deutschlandlied angestimmt wird und Franz von Papen sich dagegen ausspricht, sind weitere wichtige Szenen des Films. Im Zuge des Röhm-Putsches 1934 wird dessen Homosexualität aufgedeckt, er (in Bad Wiessee) und viele andere, wie Gregor Strasser und Kurt von Schleicher, erschossen und dadurch Hitlers Machtposition endgültig gestärkt.

Die letzten Filmminuten zeigen die Vollendung der Machtübernahme der NSDAP nach dem Tod des Reichspräsidenten Hindenburg im August 1934: die Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in Hitler sowie die Vereidigung der Reichswehr auf ihn. Der Abspann zeigt Bilder vom Polenfeldzug und Leichenberge in Konzentrationslagern. Es werden Zahlen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten, der getöteten Zivilisten und ermordeten Juden eingeblendet.

Die erste und die letzte Einstellung des Films zeigen ein fälschlich dem Rechtsphilosophen Edmund Burke zugeschriebenen Satz „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“.

Trailer:

Details:
Orginaltitel: Hitler: The Rise of Evil
Genre: Fernsehfilm
Darsteller: Robert Carlyle, Stockard Channing, Jena Malone, Liev Schreiber
Regisseur: Christian Duguay
Komponist: Normand Corbeil
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Orginalsprache: Englisch
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 16. September 2004
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: 179 Minuten

Eigene Meinung:
Adolf Hitler als Protagonist in einem Fernsehfilm dazustellen, ist sicher nicht leicht, angesichts des geschichtlichen Hintergrundes, mit dem der Name unweigerlich verbunden ist.
Den schmalen Grad zwischen zerbrechender Persönlichkeit, die hier an manchen Stellen des Filmes wirklich gezeigt wird und der Härte, mit der Adolf Hitler seinen Zug an die Spritze des deutschen Reiches vollzieht, versucht der Film ausgewogen hinzubekommen.
Christian Duguay - ein kanadischer Regisseur - hat sich der Aufgabe gestellt und diese wirklich in einem Film gelöst, die nicht verheimlicht, dass es einen Mann hinter der Maske gab, einen Mann, der vielleicht lieben konnte, zumindest das, was er als Liebe wahr nahm, gleichzeitig aber auch gegen seine eigenen Leute vorgeht, die eine Härte zu spüren bekommen, die der innere Zirkel auch zu spüren kam.
Der Film beginnt chronologisch mit der Kindheit und der Jugend, die aber zu Beginn, teilweise schon im Vorspann behandelt, auch seine Ablehnung an der Kunstakademie und seine Jahre als Soldat im 1. Weltkrieg werden nur zügig und schemenhaft angeschnitten. Das reicht aber auch, weil der wirklich Aufstieg beginnt er mit dem Zustossen zu NSDAP im Jahre 1923, da beginnt auch der Schwerpunkt des Filmes.
Der Film zieht Menschen, die auch später im Machtzirkel um Hitler stehen werden, schon mit in die Handlung hinein, so kommen auch wichtige Punkte wie die Felsenhaft in Landsberg, die Nacht der langen Messer, der Reichtagsbrand und auch der Weg zum Ermächtigungsgesetz nicht zu kurz, die Geschichte geht praktisch chronologisch weiter bis an die Machtspitze.
Einige filmische Ungenauigkeiten kann man dabei etwas vernachlässigen, sie passen sonst nicht so passend in den Film, aber an sich zeigt der Film sehr nah an der Geschichte, wie der Aufstieg von Adolf Hitler sehr gut funktionierte.
Die Schauspieler - unter anderem auch deutscher Schauspielgrössen wie Max von Thun und Friedrich von Thun - zeigen eine sehr nahe Leistung, sind auch in den emotionalen Szenen sehr nah an dem, was realistisch ist und so zieht sich ein Realismus durch den Film, der zeigt, dass sich Geschichte und filmische Auseinandersetzung nicht ausschliessen muss.
Der Film ist natürlich nur ein leichter Einstieg in das Thema, er endet auch an einem Punkt, an dem man sagen muss, dass es für Hitler zwar in der Riege der Macht nicht weitergehen konnte, aber der Ansatz zu einem wirklich historischen wichtigem Film ist da und nicht umsonst hat der Film 2 Emmys bekommen.

Dafür gibt es 4 Rosen:

4. März 2018

[Neulich im Kino] Shades of Water - Das Flüstern des Wassers

Hallo ihr Lieben,

einige habe es sicher schon gelesen, ich war letzten Samstag im Kino und habe mir den Film "Shades of Water - Das Flüstern des Wasser" angesehen. 

Handlung:
Die stumme Elisa (Sally Hawkins) ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda (Octavia Spencer) ein streng geheimes Experiment entdecken, das in dem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen (Doug Jones) an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien – allerdings steht die Liebe unter keinem guten Stern, denn nun wird das Paar gnadenlos vom Militär und dem Laborleiter Strickland (Michael Shannon) gejagt, die das außergewöhnliche Geschöpf und seine heilenden Kräfte bei einem Kriegsausbruch gegen die Sovjets einsetzen wollen...

Bildquelle: ~*~ Klick ~*~
Details:
Starttermin: 15. Februar 2018 (2 Std. 03 Min.)
Von: Guillermo del Toro
Mit: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins mehr
Genres: Fantasy, Drama, Romanze
Produktionsland: USA
Originaltitel:  The Shape of Water
Verleiher: Fox Deutschland
Produktionsjahr: 2017
Filmtyp: Spielfilm

Trailer:

Eigene Meinung:
Wenn ich etwas über den Film erzählen würde, was würde es sein? Weil es keine wirkliche Liebesgeschichte, es ist auch kein Märchen, es ist eine Geschichte über das Leben - das Leben der stummen Putzfrau Elisa, die in ihrer kleine Wohnung über einen Kino lebt, ihrem Nachbarn Giles mit durch das Leben bringt, weil er erfolglos als Werbezeichner ist und ihre Arbeit in einem Hochsicherheitslabor der Amerikaner nachgeht. Doch eine neue Lieferung ins Labor verändert alles, den das Wesen, was da untersucht werden soll, ist für Elisa mehr als nur ein Versuchsobjekt und die Gefühle zwischen ihnen werden immer intensiver. Doch sowohl Amerikaner wie auch Sovjets wollen die Eigenschaften des Wesen für sich nutzen und so muss Elisa versuchen, dem Fischwesen das Leben zu retten...
Der Film nimmt einen komplett gefangen, man wird in die Welt von Elisa gezogen, der Film kommt eben auch mit wenig Sprache auch und überzeugt mehr mit Bildern und kleinen Gesten. Die Dramatik nimmt über den Film immer mehr zu, zu Beginn denkt man nicht, dass sich das Ende so zuspitzen würde. 
Die Darsteller sind wirklich gut besetzt, keine Handlung wird in den Vordergrund gestellt, sondern der Film verteilt sich wirklich gut über alle Charaktere, man hat das Gefühl, dass man mit Elisa in ihrem Leben lebt und da nicht nur zu Gast ist. 
Durch den Einsatz von Retro-Geräten (Telefon und Fernseher) und auch der Musik der Zeit, fühlt man sich zeitweise etwas an LaLa-Land erinnert, aber der Ansatz des Filmes ist völlig anders. 
Das Film schneidet auch immer wieder die Themen der damaligen (und teilweise auch noch heutigen) Themen des Rassismus und der Ausgrenzung an, was man so am Rand des Filmes geschickt eingebaut hat. 
Ein toller Film mit wirklich guten Darstellern, der einfach nur glücklich macht. 
Unbedingt ansehen, wenn man Lust auf eine schöne Liebesgeschichte hat. 

Dafür vergebe ich 5 Rosen:

Alles Liebe,
Katja

24. Mai 2017

[Filmrezension] Systemfehler - Wenn Inge tanzt

Bildquelle: filmstars.de
Handlung:
Der junge Punkrocker Max (Tim Oliver Schultz) ist ziemlich ehrgeizig und versteht sich mit der eher nerdigen Inge (Paula Kalenberg) so ganz und gar nicht. Besonders schlimm ist es, seit Max Inge mit dem Song "Wenn Inge tanzt" vor der ganzen Schule bloßgestellt hat. Doch für Max und seine Bandkollegen Fabio (Tino Mewes), Joscha (Constantin von Jascheroff) und Lukas (Thando Walbaum) ist es der große Hit und sie stehen mit ihrer Band "Systemfehler" nun endlich kurz vor dem großen Durchbruch.

Ausgerechnet vor dem wichtigen Gig, der ihnen einen Plattenvertrag einbringen könnte, verletzt sich Gitarrist Joscha und fällt aus. Aber Max' cooler Onkel Herb (Peter Kraus), der selbst früher ein Schlagerstar war, bringt die Band auf eine ausgefallene Idee. Denn auch Inge ist eine hervorragende Gitarristin und die Einzige, die kurzfristig einspringen könnte. Doch sie stellt Bedingungen: Den großen Hit "Wenn Inge tanzt" will sie auf keinen Fall spielen ...

Trailer:

Details:
Originaltitel: Systemfehler - Wenn Inge tanzt
Genre: Musikkomödie, DE 2013
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Filmverleih: Splendid Film (Fox)
Filmlänge: 98 Minuten
FSK-Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Kinostart (DE): 11.07.2013
Darsteller: Tim Oliver Schultz, Paula Kalenberg, Tino Mewes, Constantin von Jascheroff, Thando Walbaum, Peter Kraus u.a.
Regisseur: Wolfgang Groos
Drehbuch: Thomas Winkler, David Ungureit, Rainer Ewerrien
Produktion: Andreas R. Klein, Sandro Lorino, Ingo Schuenemann
Musik: Helmut Zerlett
Kamera: Armin Golisano
Schnitt: Jens Müller

Eigene Meinung:
Max lebt seinen Traum - er spielt mit seiner Band Systemfehler immer wieder kleiner und größere Gigs, ihr Song "Wenn Inge tanzt" lief sogar schon im Radio und der Durchbruch ist zum Greifen nach, doch dann passiert Joscha ein kleiner Unfall auf einem Gig, der ihn darin hindert, bei dem wichtigsten Gig der Band zu spielen, also muss ein Ersatz her. Doch leider wird das nicht so leicht wie gedacht. 
Max Onkel Herb - ein etwas schräger Schlagerstar der 70er - schlägt ihnen Inge vor, die zwar nach Zögern darauf eingeht, aber nicht ohne Bedingungen...

An sich ist die Geschichte etwas platt, weil man sich zu Beginn des Filmes eigentlich schon das Ende zusammenreimen kann, aber die Art und Weise, wie der Film gemacht ist, macht das wett, weil er einfach zeigt, dass es eben nicht nur um die Musik und die Band geht, sondern auch um Gefühle, Freundschaft und Respekt voreinander und das zeigt der Film recht gut. Klar gibt es Zickerei und Eifersucht, aber das ist ein Teenagerfilm und dann ist das auch normal. 

Tim Oliver Schultz und Paula Kalenberg gehen in ihren Rollen wirklich auf und zeigen, dass man sich nicht nur mit Augen töten und verspotten kann, sondern dass man damit auch Gefühle zeigen kann, die Art wie die beiden spielen, machen den Film wirklich besonders. 

Besonders getragen wird der Film durch die einprägsame Musik, die wirklich Ohrwurmqualität hat, man kann sich auch in x Versionen im Netz finden und das zeigt eigentlich schon, dass eigentlich die Musik mehr den Film beflügelt als die Story, weil sie schon an eigenen Stellen klischeehaft ist, aber bei der Musik haben sich die Macher wirklich etwas gutes einfallen lassen, so leicht bekommt man "Wenn Inge tanzt" nicht aus dem Kopf. 

Junges deutsches Kino, das Lust auf mehr macht, mit Darstellern, die zeigen, dass man kleine Geschichten auch sehr unterhaltsam erzählen kann ohne dabei gleich auf Werte zu verzichten. Ein kurzweiliges Filmvergnügen, das zum Abschalten und Spass haben für die ganze Familie geeignet ist, auch wenn man über die paar Schimpfwörter hinweghören sollte. Einfach anschauen, geniessen und sich von der Musik mitziehen lassen. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

29. Januar 2017

[Filmrezension] Draussen am See

Bildquelle: Amazon
Handlung:
Die vierzehnjährige Jessika lebt in einer vierköpfigen Familie. Das in sich zurückgezogene Mädchen genießt die Geborgenheit der Eintönigkeit, die nur durch die gemeinsamen Fahrten der Familie zu einer Laube an einem See unterbrochen wird. Als der Vater arbeitslos wird, bricht die Idylle auseinander. Die Mutter Tine wird zur Versorgerin der Familie, und Jessika muss dabei zusehen, wie ihr Vater nach und nach verwahrlost. Ohne ihrer Familie etwas davon zu sagen, wird Tine schwanger. Als das Kind zur Welt kommt, wird es von ihr getötet und von Ernst anschließend auf dem Grundstück der Laube vergraben und einbetoniert. Jessika und ihre Schwester ziehen bei ihren Eltern aus und suchen sich eine gemeinsame Wohnung. Zuletzt meldet Jessika das Grab des Kindes der Polizei.

Trailer:

Details:
Deutscher Titel: Draussen am See
Gerne: Drama
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Darsteller: Elisa Schlott, Petra Kleinert, Michael Lott, Sina Tkotsch, Maximilian Befort, Benjamin Trinks
Regisseur: Felix Fuchssteiner
Musik: Philipp F. Kölmel
FSK: ab 12 Jahre freigegeben
Studio: mem-film
Erscheinungstermin: 04.11.2010
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 105 Minuten

Meinung:
Draussen am See steht eine Laube, eine Laube, die für die Familie eigentlich immer Glück und Ruhe bedeutet hat, doch ein Segelausflug an einem Sonntag ändert alles. Der Vater (verkörpert von Michael Lott) verkündet, dass er seine Arbeit verloren hat und die heile Welt, die um Jessika (gespielt von Elisa Schlott) und ihre Familie zu existieren scheint, bekommt nach und nach Risse. Nicht nur, dass der Vater durch die anhaltende Arbeitslosigkeit zusehens den Halt verliert, auch ihre Mutter (verköpert von Petra Kleinert), die nun wieder als Ernäherin der Familie als Erzieherin arbeitet, wendet sich emotional immer mehr von der Familie ab. Doch sie wird schwanger, sagt aber keinen etwas und bringt das Kind heimlich auf die Welt und danach gleich um. 
Jessika, die an sich eher zurückhaltend ist, bekommt diese Tat mit und verändert sich daraufhin noch mehr, sie zieht sich zurück, wird aber mit dem, was sie gesehen hat, nicht wirklich fertig und begeht schliesslich einen Selbstmordversuch, der aber die Familie auch nicht aufrütteln kann, nur ihre Schwester (gespielt von Sina Tkotsch) begreift langsam, wie schlimm es um die Familie steht...

Elisa Schlott überzeugt in dem Film wahnsinnig durch ihr Spiel, sie zeigt eine zerbrechliche junge Frau, die fast immer erst schaut und die Veränderungen in ihrer Umgebung sehr wohl wahr nimmt. Sie trägt den Film und vermittelt das melancholische Gefühl des Filmes sehr gut. 

Neben ihr verblassen die anderen Charaktere etwas, die Verwahrlosung des Vaters zeigt sich am deutlichsten, von der Mutter bekommt man in dem Film recht wenig mit und auch die Schwester nimmt gegen Ende des Filmes erst eine Gestalt im Film an, dabei bleiben aber alle Nebendarsteller eher durch ihre Beziehung zu Jessika wichtig. 

Der Film, der nur mit wenigen Mitteln finanziert wurde und das Debüt des Regisseurs Felix Fuchssteiner ist, zeigt, dass man auch mit wenigen Mitteln einen Film über ein erstes Thema machen kann, auch wenn es vielleicht nicht viel mehr als eine Momentaufnahme einer Familie aus der Vogelperspektive ist. Die Kommentare von Jessika, die als Off-Kommentare eingebaut werden, beschreiben immer mehr die Lage, in der sie sich emotional befindet, dennoch bleibt sie dabei recht wissenschaftlich, an manchen Stellen wirken sie auch unpassend.

Der Film hinterlässt beim Zuschauer ein wahnsinnig bedrückendes Gefühl, weil die Krise, in die Familie gerät, alltäglich ist und die heile Welt, die nach aussen hin gezeigt wird, meist nicht existiert. Ein Drama, das immer noch aktuell ist und zeigt, wie schnell eine Idylle zur Hölle werden kann. 

Dafür gibt es 4 Rosen: