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24. Mai 2017

[Filmrezension] Systemfehler - Wenn Inge tanzt

Bildquelle: filmstars.de
Handlung:
Der junge Punkrocker Max (Tim Oliver Schultz) ist ziemlich ehrgeizig und versteht sich mit der eher nerdigen Inge (Paula Kalenberg) so ganz und gar nicht. Besonders schlimm ist es, seit Max Inge mit dem Song "Wenn Inge tanzt" vor der ganzen Schule bloßgestellt hat. Doch für Max und seine Bandkollegen Fabio (Tino Mewes), Joscha (Constantin von Jascheroff) und Lukas (Thando Walbaum) ist es der große Hit und sie stehen mit ihrer Band "Systemfehler" nun endlich kurz vor dem großen Durchbruch.

Ausgerechnet vor dem wichtigen Gig, der ihnen einen Plattenvertrag einbringen könnte, verletzt sich Gitarrist Joscha und fällt aus. Aber Max' cooler Onkel Herb (Peter Kraus), der selbst früher ein Schlagerstar war, bringt die Band auf eine ausgefallene Idee. Denn auch Inge ist eine hervorragende Gitarristin und die Einzige, die kurzfristig einspringen könnte. Doch sie stellt Bedingungen: Den großen Hit "Wenn Inge tanzt" will sie auf keinen Fall spielen ...

Trailer:

Details:
Originaltitel: Systemfehler - Wenn Inge tanzt
Genre: Musikkomödie, DE 2013
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Filmverleih: Splendid Film (Fox)
Filmlänge: 98 Minuten
FSK-Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Kinostart (DE): 11.07.2013
Darsteller: Tim Oliver Schultz, Paula Kalenberg, Tino Mewes, Constantin von Jascheroff, Thando Walbaum, Peter Kraus u.a.
Regisseur: Wolfgang Groos
Drehbuch: Thomas Winkler, David Ungureit, Rainer Ewerrien
Produktion: Andreas R. Klein, Sandro Lorino, Ingo Schuenemann
Musik: Helmut Zerlett
Kamera: Armin Golisano
Schnitt: Jens Müller

Eigene Meinung:
Max lebt seinen Traum - er spielt mit seiner Band Systemfehler immer wieder kleiner und größere Gigs, ihr Song "Wenn Inge tanzt" lief sogar schon im Radio und der Durchbruch ist zum Greifen nach, doch dann passiert Joscha ein kleiner Unfall auf einem Gig, der ihn darin hindert, bei dem wichtigsten Gig der Band zu spielen, also muss ein Ersatz her. Doch leider wird das nicht so leicht wie gedacht. 
Max Onkel Herb - ein etwas schräger Schlagerstar der 70er - schlägt ihnen Inge vor, die zwar nach Zögern darauf eingeht, aber nicht ohne Bedingungen...

An sich ist die Geschichte etwas platt, weil man sich zu Beginn des Filmes eigentlich schon das Ende zusammenreimen kann, aber die Art und Weise, wie der Film gemacht ist, macht das wett, weil er einfach zeigt, dass es eben nicht nur um die Musik und die Band geht, sondern auch um Gefühle, Freundschaft und Respekt voreinander und das zeigt der Film recht gut. Klar gibt es Zickerei und Eifersucht, aber das ist ein Teenagerfilm und dann ist das auch normal. 

Tim Oliver Schultz und Paula Kalenberg gehen in ihren Rollen wirklich auf und zeigen, dass man sich nicht nur mit Augen töten und verspotten kann, sondern dass man damit auch Gefühle zeigen kann, die Art wie die beiden spielen, machen den Film wirklich besonders. 

Besonders getragen wird der Film durch die einprägsame Musik, die wirklich Ohrwurmqualität hat, man kann sich auch in x Versionen im Netz finden und das zeigt eigentlich schon, dass eigentlich die Musik mehr den Film beflügelt als die Story, weil sie schon an eigenen Stellen klischeehaft ist, aber bei der Musik haben sich die Macher wirklich etwas gutes einfallen lassen, so leicht bekommt man "Wenn Inge tanzt" nicht aus dem Kopf. 

Junges deutsches Kino, das Lust auf mehr macht, mit Darstellern, die zeigen, dass man kleine Geschichten auch sehr unterhaltsam erzählen kann ohne dabei gleich auf Werte zu verzichten. Ein kurzweiliges Filmvergnügen, das zum Abschalten und Spass haben für die ganze Familie geeignet ist, auch wenn man über die paar Schimpfwörter hinweghören sollte. Einfach anschauen, geniessen und sich von der Musik mitziehen lassen. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

29. Januar 2017

[Filmrezension] Draussen am See

Bildquelle: Amazon
Handlung:
Die vierzehnjährige Jessika lebt in einer vierköpfigen Familie. Das in sich zurückgezogene Mädchen genießt die Geborgenheit der Eintönigkeit, die nur durch die gemeinsamen Fahrten der Familie zu einer Laube an einem See unterbrochen wird. Als der Vater arbeitslos wird, bricht die Idylle auseinander. Die Mutter Tine wird zur Versorgerin der Familie, und Jessika muss dabei zusehen, wie ihr Vater nach und nach verwahrlost. Ohne ihrer Familie etwas davon zu sagen, wird Tine schwanger. Als das Kind zur Welt kommt, wird es von ihr getötet und von Ernst anschließend auf dem Grundstück der Laube vergraben und einbetoniert. Jessika und ihre Schwester ziehen bei ihren Eltern aus und suchen sich eine gemeinsame Wohnung. Zuletzt meldet Jessika das Grab des Kindes der Polizei.

Trailer:

Details:
Deutscher Titel: Draussen am See
Gerne: Drama
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Darsteller: Elisa Schlott, Petra Kleinert, Michael Lott, Sina Tkotsch, Maximilian Befort, Benjamin Trinks
Regisseur: Felix Fuchssteiner
Musik: Philipp F. Kölmel
FSK: ab 12 Jahre freigegeben
Studio: mem-film
Erscheinungstermin: 04.11.2010
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 105 Minuten

Meinung:
Draussen am See steht eine Laube, eine Laube, die für die Familie eigentlich immer Glück und Ruhe bedeutet hat, doch ein Segelausflug an einem Sonntag ändert alles. Der Vater (verkörpert von Michael Lott) verkündet, dass er seine Arbeit verloren hat und die heile Welt, die um Jessika (gespielt von Elisa Schlott) und ihre Familie zu existieren scheint, bekommt nach und nach Risse. Nicht nur, dass der Vater durch die anhaltende Arbeitslosigkeit zusehens den Halt verliert, auch ihre Mutter (verköpert von Petra Kleinert), die nun wieder als Ernäherin der Familie als Erzieherin arbeitet, wendet sich emotional immer mehr von der Familie ab. Doch sie wird schwanger, sagt aber keinen etwas und bringt das Kind heimlich auf die Welt und danach gleich um. 
Jessika, die an sich eher zurückhaltend ist, bekommt diese Tat mit und verändert sich daraufhin noch mehr, sie zieht sich zurück, wird aber mit dem, was sie gesehen hat, nicht wirklich fertig und begeht schliesslich einen Selbstmordversuch, der aber die Familie auch nicht aufrütteln kann, nur ihre Schwester (gespielt von Sina Tkotsch) begreift langsam, wie schlimm es um die Familie steht...

Elisa Schlott überzeugt in dem Film wahnsinnig durch ihr Spiel, sie zeigt eine zerbrechliche junge Frau, die fast immer erst schaut und die Veränderungen in ihrer Umgebung sehr wohl wahr nimmt. Sie trägt den Film und vermittelt das melancholische Gefühl des Filmes sehr gut. 

Neben ihr verblassen die anderen Charaktere etwas, die Verwahrlosung des Vaters zeigt sich am deutlichsten, von der Mutter bekommt man in dem Film recht wenig mit und auch die Schwester nimmt gegen Ende des Filmes erst eine Gestalt im Film an, dabei bleiben aber alle Nebendarsteller eher durch ihre Beziehung zu Jessika wichtig. 

Der Film, der nur mit wenigen Mitteln finanziert wurde und das Debüt des Regisseurs Felix Fuchssteiner ist, zeigt, dass man auch mit wenigen Mitteln einen Film über ein erstes Thema machen kann, auch wenn es vielleicht nicht viel mehr als eine Momentaufnahme einer Familie aus der Vogelperspektive ist. Die Kommentare von Jessika, die als Off-Kommentare eingebaut werden, beschreiben immer mehr die Lage, in der sie sich emotional befindet, dennoch bleibt sie dabei recht wissenschaftlich, an manchen Stellen wirken sie auch unpassend.

Der Film hinterlässt beim Zuschauer ein wahnsinnig bedrückendes Gefühl, weil die Krise, in die Familie gerät, alltäglich ist und die heile Welt, die nach aussen hin gezeigt wird, meist nicht existiert. Ein Drama, das immer noch aktuell ist und zeigt, wie schnell eine Idylle zur Hölle werden kann. 

Dafür gibt es 4 Rosen: