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16. März 2026

„Take the Money and Run“ – Der schillernde Abgrund der Cryptoqueen

Was passiert, wenn brillante Intelligenz auf grenzenlose Gier trifft? Die neue sechsteilige True-Crime-Serie „Take the Money and Run“ in der ZDF Mediathek widmet sich einem der spektakulärsten und bis heute ungelösten Kriminalfälle der Finanzgeschichte: dem Aufstieg und mysteriösen Verschwinden von Dr. Ruja Ignatova.

In der Hauptrolle brilliert Nilam Farooq als die charismatische „Cryptoqueen“, die mit ihrer Schein-Währung OneCoin Milliarden scheffelte und ein globales Imperium aus Lügen errichtete. Die Serie schafft dabei ein beeindruckendes Kunststück: Trotz der notwendigen fiktionalen Ergänzungen in den Dialogen bleibt die Inszenierung verblüffend nah an den realen Details, die man aus einschlägigen Dokumentationen kennt. Von der treffsicheren Besetzung bis hin zu den akribisch gewählten Schauplätzen saugt die Produktion den Zuschauer direkt in die Welt des High-Stakes-Betrugs auf dem Finanzsektor.

Authentizität trifft auf menschliche Abgründe

Die Regiearbeit von Christiane Balthasar und Florian Schott setzt auf eine klare, chronologische Erzählweise, die den Zuschauer Schritt für Schritt tiefer in den Strudel des Milliardenbetrugs zieht. Besonders beeindruckend ist dabei der Fokus auf das Umfeld von Ruja Ignatova. Die Serie schafft es, die Menschen um sie herum nicht als bloße Statisten, sondern als wesentliche Zahnräder in diesem gigantischen System darzustellen. Man spürt förmlich den Sog, den die „Cryptoqueen“ auf ihre Vertrauten ausübte.

Was die Serie von typischen Dramatisierungen abhebt, ist der respektvolle Umgang mit der Faktenlage. Wer bereits Dokumentationen über OneCoin gesehen hat, wird staunen, wie akribisch reale Versatzstücke in die Handlung eingewebt wurden. Die fiktionalen Dialoge dienen nicht der Effekthascherei, sondern füllen die emotionalen Leerstellen, die eine rein dokumentarische Aufarbeitung oft hinterlassen muss.

Das Finale

Ein besonderes Highlight ist die finale sechste Folge. Anstatt ein künstliches Ende zu erzwingen, reflektiert die Serie den aktuellen Stand der Ermittlungen und zeigt die verschiedenen Möglichkeiten ihres Verschwindens auf. Es bleibt das unbehagliche Gefühl zurück, dass die wahre Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist.

Mein Fazit

Eine absolute Empfehlung für True-Crime-Fans und Kenner des Falls gleichermaßen. Unterhaltsam, detailverliebt und hervorragend besetzt.

Meine Wertung: 🌹🌹🌹🌹 (4 von 5 Rosen)


Transparenz & Recherche: Eine detaillierte Auflistung der verwendeten Quellen, Bildnachweise (ZDF/Ideogram) und meine methodische Vorgehensweise zu dieser Rezension findest du in meinem Quellenarchiv.


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16. Februar 2023

[Serienrezension] German Crime Story: Gefesselt

Bildquelle: Amazon Prime Video

Beschreibung: 
Nach einer wahren Begebenheit: In einem der spektakulärsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte, bekannt geworden als der Säurefassmörder, ermittelt die junge Polizistin Nela gegen den unauffälligen Lebemann, Raik Doormann. In einem packenden Katz-und-Maus-Spiel muss die Kommissarin nicht nur den skrupellosen Killer überführen, sondern auch die Widerstände ihrer männlichen Kollegen bekämpfen.

Details:
Regie: Florian Schwarz
Produzenten: Dietmar Güntsche, Nadine Grünsteidel, Ulrike Schölles
Jahr der Staffel: 2023
Sender: Neue Bioskop Television
Drehbuch: Michael Proehl (Headwriter), Dirk Morgenstern (Headwriter), 
Max Eipp, Dinah Marte Golch, Mark Monheim
Episoden: 6 in 1 Staffel
Länge: 39-51 Minuten
Musik: Florian Van Volxem, Sven Rossenbach
Format: Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
Ab 16 Jahren empfohlen

Trailer:

Eigene Meinung: 
Gefesselt erzählt in 6 Episoden die Geschichte rund um den sogenannten Säurefassmörder von Hamburg, ein Fall, der zu Beginn der 90er Jahre die Bundesrepublik erschütterte. In der Serie hat man aber die Namen und die Handlungsorte leicht verändert, aber die Handlungsstränge lassen die Paralleln sehr leicht herstellen. 
Da war ein freundlicher Nachbar und Kollege Raik Doormann, der unauffällig lebt und einige verschwundene Frauen, eine Entführung und keiner bemerkte etwas, bis auf Nela, die aber in der Polizei als Frau kein hohes Ansehen geniesst und sich um ihre Stellung sorgen muss. 
Raik Doormann besitzt ein Reihenhaus und darunter einen Bunker, der sogar vom damaligen Bürgermeister eingeweiht wurden ist, der aber mehr als nur als Schutzbunker fungiert. Eigentlich sollte der Keller für das Trocknen der Pelze dienen, weil Doormann von seiner Mutter ein Pelzgeschäft übernommen hat, aber der andere Zweck kommt Doormanns Vorlieben sehr zu passe. 
Doormann wird erst wegen einer Entführung festgesetzt, die er aber sehr gut entkräften kann, aber durch den Prozess setzen sich andere Mechanismen in Gange, die schliesslich viel mehr als Licht bringen als eine Entführung... 
Die Ausstattung der Serie ist sehr gut gelungen, man merkt richtig die Wellen der 80er Jahre und auch die Regie von Florian Schwarz (sonst eher bekannt für den Tatort) lässt den Zuschauer tief in die zwischenmenschlichen Abgründe schauen, die in den Folgen wirklich gut dargestellt werden. 
Man sollte aber die Serie aufmerksam verfolgen, um nicht nur die Lügen von Raik Doormann zu erkennen, aber auch um die verschiedenen Realitäten der Serie unterscheiden zu können. 
Was besonders auffällt, die Serie glänzt sehr durch die sehr gute Kameraführung, einen gut besetzten Cast und eine richtig guten Soundtrack, aber auch die gesamte kleinen Details der Serie passt sehr gut in die Zeit.

Die Serie ist seit 13. Januar 2023 exklusiv im Abo von Amazon Prime Video verfügbar. 

Fazit: 
Ein populärer True Crime Fall wird in leicht veränderter Form und mit veränderten Orten und Namen als Grundlage für die Serie, die einen viel über die Mechanismen innerhalb der Polizei und der Justiz zu Beginn der 90er Jahre erzählt, aber auch über einen Mörder, der glaubte, er könnte sein Treiben einfach so weiterführen. 
Die Serie kommt ohne Blutvergiessen aus, aber zeigt sehr heftige Szenen, die einen noch viel mehr triggern als würde da Blut fliessen, daher ist FSK 16 unbedingt einzuhalten. 
Eine richtig gute deutsche Produktion, die viel Wert auf Details und ein stimmiges Gesamtbild legt, unbedingt an alle Krimi / Thiller und True Crime Fans zu empfehlen. 

Dafür gibt es 5 Rosen: 

23. April 2022

[Serienrezension] Anatomie eines Skandals

Bildquelle: Netflix

Beschreibung:
Als der Westminster-Abgeordnete James Whitehouse nach dem Eingestehen einer Affäre des Missbrauchs beschuldigt wird, gerät sowohl sein Leben als auch das seiner Ehefrau aus den Fugen und er bemüht sich um Schadensbegrenzung.
Parallel ist die Kronanwältin Kate Woodcroft von der Schuld des Abgeordneten überzeugt und versucht Beweise gegen ihn zu ermitteln.

Details:
Titel: Anatomie eines Skandals
Originaltitel: Anatomy of a Scandal
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch
Produktionsunternehmen: David E. Kelley Productions, Made Up Stories
Länge: 43–48 Minuten
Episoden: 6 in 1 Staffel
Genre: Drama
Idee: David E. Kelley, Melissa James Gibson
Produktion: Liza Chasain
Musik: Johan Söderqvist
Erstausstrahlung: 15. Apr. 2022 auf Netflix
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 15. Apr. 2022 auf Netflix

Trailer:

~~~ Rezension enthält Spoiler ~~~

Eigene Meinung:
Die Miniserie "Anatomie eines Skandals" spricht in vielen Momenten wichtige Themen an, es geht um Macht und Machterhalt, Vergewaltigung, Privilegien, Probleme einer Ehe, Affären, Liebe und auch die Familie, grosse Themen, die man in einem Skandal rund um den Prozess verpackt. Ein Prozess, der sich eigentlich um die Vergewaltigung einer Angestellten dreht, aber im Kern noch viel tiefer geht als man es im ersten Moment meinen möchte.
James Whitehouse ist an sich ein sehr angesehener Mann in seiner Regierung, seine Frau Sophie nimmt eher die Repräsentationsaufgaben wahr, 2 Kinder runden die Familie ab. Dazu kommt ein Kindermädchen und im Laufe der Folgen noch ein Welpe. An sich ein perfektes Regierungsmitglied, der sich für die Belange der Bevölkerung einsetzen möchte, eben eine Saubermann bis zu dem Moment, in dem ihn Olivia, eine seiner Untergebenen, wegen sexuelles Missbrauchs anzeigt.  
James Whitehouse ist des Missbrauchs angeklagt, aber er bestreitet die Anklage. Es kommt zum Prozess, aber auch seine Stellung als Mitglied der Regierung ist in Gefahr. 
James Whitehouse ist eng mit dem Premierminister befreundet, aber es ist mehr als eine Freundschaft, es ist auch ein Pakt der aus Studienzeiten herrührt und mehr als ein Geheimnis in sich birgt. 
In den 6 Folgen der Serie werden in kurzer Abfolge neben dem eigentlichen Prozess immer wieder Momente aus der Vergangenheit von James Whitehouse oder seine Frau Sophie oder auch Kronanwältin Kate Woodcroft gezeigt, die viel mehr miteinander zu tun haben als man es sich zuerst vorstellen mag. Weil alle drei Hauptcharaktere haben mehr als nur in diesem Prozess, was aber im ersten Moment nicht gleich so ans Licht tritt. 
Inhaltlich hat man sich ein bisschen viel an den Jahren im College aufgehalten, die Geschichten von damals hatten dabei enormen Einfluss auf die Geschehnisse der Gegenwart, waren aber im Ganzen zu gross für die 6 Folgen, die mit jetzt 43 bis 45 Minuten zur Verfügung waren. 
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sarah Vaughan aus dem Jahr 2019. 

Fazit:
"Anatomie eines Skandals" hat sich in den 6 Folgen eine grosse Aufgabe gestellt, es aber inhaltlich dann nicht verpackt bekommen, alles aufzulösen und so steht man nach dem Ende der 6 Folgen immer noch da, weiss nicht alles, aber auch das Ende lässt auf mehr hoffen. 
Nett im Versuch gedacht, aber in der Umsetzung hängt es noch etwa. Aber alles in allem eine solide Mini-Serie zum Ansehen, wie gesagt, kein echtes Highlight, aber auch kein toller Flop. 

Dafür gibt es 3 Rosen:

7. Oktober 2020

[Neulich auf Netflix - Serienrezension] 12 Geschwören ~ 1. Staffel

Bildquelle: Netflix

Beschreibung:
Die zwölf Geschworenen ist eine Drama aus dem Jahr 2019 von Bert Van Dael und Sanne Nuyens mit Maaike Cafmeyer und Maaike Neuville.
Die zwölf Geschworenen (Originaltitel: De Twaalf) ist eine belgische Dramaserie, in der 12 Geschworene in einem heiklen Gerichtsprozess über Schuld oder Unschuld entscheiden müssen.

Die zwölf Geschworenen sind zwölf Menschen aus der Bevölkerung, die dazu aufgefordert sind, im Rahmen eines Geschworenengerichts an einem Mordprozess teilzunehmen und ein Urteil zu fällen. Im Prozess wird der Schulleiterin Frie Palmers vorgeworfen, ihre beste Freundin Brechtje Vindervogel und ihre Tochter Roos ermordet zu haben. Neben dem Prozess werden auch die Leben und Hintergründe der einzelnen Geschworenen beleuchtet, diese haben auch so manches dunkles Geheimnis zu verbergen.

Bildquelle: Netflix

Details:
Deutscher Titel: Die zwölf Geschworenen
Originaltitel: De twaalf
Produktionsland: Belgien
Originalsprache: niederländisch
Jahr(e): seit 2019
Produktionunternehmen: Eyeworks Film & TV Drama, Vlaamse Radio en Televisie (VRT)
Länge: 46–55 Minuten
Episoden: 10 in 1 Staffel (Liste)
Genre: Drama
Regie: Wouter Bouvijn
Drehbuch: Bert Van Dael, Sanne Nuyens
Musik: David Martijn, Jeroen Swinnen
Kamera: Dries Delputte
Besetzung: Maaike Cafmeyer, Charlotte De Bruyne, Maaike Neuville, Tom Vermeir, Zouzou Ben Chikha, Piet De Praitere, Peter Gorissen, Anne-Mieke Ruyten, Josse De Pauw, Johan Heldenbergh, Greet Verstraete, Koen De Sutter, Sofie Decleir, Mieke De Groote
Produktion: Peter Bouckaert, Gunter Schmid
Erstausstrahlung: 3. November 2019 auf Eén
Deutschsprachige Erstveröffentlichung: 10. Juli 2020 auf Netflix

Eigene Meinung:
Zu Beginn der Serie befinden wir uns im Gericht, es werden die 12 Geschworenen ernannt, die im Jahrhundertprozess gegen Frie Palmers wegen dem Mord an ihre beste Freundin Brechtje Vindervogel und an ihre Tochter Roos das Urteil finden sollen. 
Die Konstellation des Prozesses könnte komplexer nicht sein, der Mord an Brechtje Vindervogel liegt bereits18 Jahre zurück und der Tod von Tochter Roos ist die Folge eines Angriffs auf sie, der an sich nicht tödlich gewesen wäre, aber sie fängt sich Krankenhauskeime an, die sie nicht überlebt. 
Im Zuge der Ermittlungen zu Roos` Tod ergibt sich durch eine Aussage von Fries Exmann Stefaan De Munck auch der Verdacht, dass Frie auch ihre beste Freundin Brechtje vor 18 Jahre umgebracht haben könnte, der Mord an Brechtje ist immer noch ungeklärt. 
Nun soll die Schuldfrage von den 12 Geschworenen geklärt werden, als erstes wird Holly Ceusters ernannt, die dann auch den Vorsitz der Geschworenen übernimmt. Zu den 12 Geschworenen werden noch 2 Stellvertreter ernannt, falls einer der Geschworenen ausfallen sollte. 

Im Gegensatz zu dem Film aus dem Jahr 1957 geht es hier nicht um ein reines Kammerspiel, man erlebt Momente aus dem Prozess, man erlebt Lebensabschnitte aus den Leben der Menschen rund um den Prozess und man erlebt auch immer wieder in den Rückschauen, dass der Prozess immer wieder auch von Lügen und falschen Annahmen untergraben wird und so in vielen Moment auffällt, dass manche Details einfach nicht zusammenpassen. 

Negativ fällt immer wieder auf, dass die Zeitsprünge teilweise sehr schnell passieren und man als Zuschauer erstmal wieder in den Moment finden muss und was dann gerade passiert. Zudem ist die Vermischung zwischen dem eigentlichen Fall, der das Grundgerüst bildet und den privaten Problemen der Laien am Gericht, in manchen Momente etwas zu stark. Um die Verwirrung dann noch etwas zu steigern, erlebt man auch immer wieder noch Momente aus den Leben der andren Prozessbeteiligten.

Abschliessend muss man wirklich sagen, dass die 1. Staffel sehr nah an den Menschen ist, nicht nur an Frie oder an ihre besten Freundin, sondern auch an den Prozessbeteiligten, bei denen man immer wieder merkt, dass sie auch ihre eigenen Ziele verflogen. 

Bildquelle: Netflix

Fazit:
"Die zwölf Geschworenen" ist eine Mischung aus Drama und Krimi, der Beginn der Staffel geht sofort mit der Ernennung der 12 Geschworenen los, aber man merkt, dass die 12 Menschen, die die Geschworenjury bilden sollen, 12 Menschen mit grossen Problemen in ihrem eigenen Leben sind. 
Aber nicht nur die Geschworenen sind Menschen mit Probleme, auch die anderen Prozessbeteiligten versuchen immer wieder, ihre eigenen Interesse durchzusetzen.
Aber auch der Prozess gegen Frie Palmers und die ganzen Lügen, die immer wieder um die Geschehnisse herum gebaut sind, lassen die Serie interessant erscheinen, aber gleichzeitig darf man keinen rasanten Prozess erwarten, das Tempo ist sehr gedrosselt, man erfährt auch mehr als Zuschauer, weil man die Beobachterrolle einnimmt und sich dann sein eigenes Urteil über Frie Palmers bildet. 

Dafür gibt es 4 Rosen: 

19. November 2019

[Serienrezension - Netflix] Alias Grace

Bildquelle: Netflix
Handlung:
Das 15-jährige Dienstmädchen Grace Marks wird 1843 in Toronto beschuldigt zusammen mit dem ebenfalls angestellten Stallburschen James McDermott ihren reichen Arbeitgeber, den Farmer Thomas Kinnear, und die Haushälterin / Geliebte des Farmers Nancy Montgomery umgebracht zu haben. James wird zum Tod durch den Strang und Grace zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Psychologe Simon Jordan wird von einigen Personen, die an Graces Unschuld glauben, engagiert, den Fall anhand seiner neuer Methode neu zu beurteilen und einen Bericht abzugeben, der zu ihrer Begnadigung führen könnte.

Details:
Deutscher Titel: Alias Grace
Originaltitel: Alias Grace
Produktionsland: Kanada, Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Produktionsjahr: 2017
Länge: 44–47 Minuten
Episoden: 6 in 1 Staffel
Genre: Drama, Krimiserien
Idee: Sarah Polley
Musik: Jeff Danna, Mychael Danna
Erstausstrahlung: 25. September 2017 (Kanada) auf CBC
Deutschsprachige Erstveröffentlichung: 3. November 2017 auf Netflix

Alias Grace ist eine kanadisch-US-amerikanische Drama-Miniserie in 6 Teilen, die auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood basiert. Entwickelt wurde die Serie von Sarah Polley, während Mary Harron Regie führte. In den Hauptrollen sind Sarah Gadon, Edward Holcroft, Zachary Levi und Anna Paquin zu sehen. 

Trailer:

Eigene Meinung:
Wir schreiben das Jahr 1843 in Toronto, das junge Dienstmädchen Grace Marks soll zusammen mit dem Stallburschen James McDermott einen Doppelmord begangen haben und sich am Tod ihres Arbeitgebers Thomas Kinnear und dessen Geliebter Nancy Montgomery bereichert haben. 
Zu Beginn der Serie befinden wir uns aber erstmal im Gefängnis, im dem Grace Marks seit etwas mehr als 15 Jahre ihre Strafe absitzt, in den 15 Jahre hat sie viel erlebt, nicht nur Willkür im Gefängnis sondern auch Zuchthaus, Demütigung und Gewalt. Man erlebt eine junge Frau, die zurückhaltend, fast scheu wirkt. Dennoch gibt es Menschen, die an die Unschuld von Grace glauben, weil sie sich nicht an die Tat erinnern kann und die Aussagen sich wiedersprechen und so beauftragen sie den amerikanische Nervenarzt Simon Jordan Grace zu begutachten und dann ein Gutachten zu erstellen, das die Unschuld von Grace belegt.
Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto mehr stellt man fest, dass Grace meist immer nur Opfer der Umstände war und im Leben wenige Menschen getroffen hat, die ihr wirklich wohlgesonnen waren. Immer wieder erlebt sie auch Enttäuschungen, Menschen gehen auf ihrem Leben und meist ist Grace dabei, was ihrer Verfassunng nicht wirklich zuträglich ist. 
Ihre Arbeit als Dienstmädchen verrichtet sie zwar immer zur Zufriedenheit ihrer Arbeitgeber und Mary, die sie bei ihrer Anstellung in den Tagesablauf einführt, wird ihre gute Freundin und Vertraute, sie schaffen den Alltag zusammen besser, doch dann stirbt auch Mary und so bleibt Grace wieder alleine zurück, als sie dann die Stellung bei Thomas Kinnear annimmt, denkt sie, dass sie angekommen ist in ihrem Leben, aber auch das stellt sich als Trugschluss heraus...
Die Darstellerin der Grace, Sarah Gadon, schafft es, Grace sehr glaubhaft und authentisch darzustellen. Auch die anderen grossen Rollen des Serie, allem voran Edward Holcroft, der den Nervenarzt Simon Jordan verkörpert, sind passend besetzt und man fühlt sich wirklich in die Zeit um 1843 versetzt, was auch die Kostüme und die Kulisse betrifft. Auch die Make-up-Artists und Beleuchter habe eine gute Arbeit geleistet, man merkt unweigerlich, dass eben die Technik noch nicht Einzug gehalten hat und man sich anders behelfen musste. 

Fazit:
Alias Grace ist eine sehr tiefgehende Miniserie über Schuld und Unschuld und die Anfänge des modernden  Begutachtens von Straftätern und der Auswirkungen von seelischen Zuständen auf die Schuld. Die verschiedenen Ebenen, die die Serie bedient, sind manchmal dabei etwas verschwommen, weil es immer wieder Sprünge zwischen den Zeiten gibt, aber trotzdem verliert man nicht den roten Faden. 

Dafür gibt 5 Rosen:

10. April 2019

[Serienrezension] The Strain - Staffel 1

Beschreibung:
Nachdem eine Maschine auf dem New Yorker Flughafen JFK gelandet ist, dringt kein Lebenszeichen mehr von den Menschen an Bord nach außen. Aufgrund der Befürchtung, die Passagiere könnten einer Krankheit zum Opfer gefallen sein und ein potentiell gefährliches Virus eingeschleppt haben, wird das Center for Disease Control hinzugerufen, das unter der Leitung von Dr. Ephraim Goodweather (Corey Stoll) den Fall untersuchen soll.
Als dieser mit seinem Team das Flugzeug betritt, muss er feststellen, dass tatsächlich fast alle der über 200 Reisenden unter mysteriösen Umständen verstorben zu sein scheinen. Jedoch treffen er und seine Kollegin Dr. Nora Martinez (Mía Maestro) inmitten der Toten auch auf vier Überlebende, die sich jedoch nicht daran erinnern können, was vorgefallen ist, und erst einmal in Quarantäne gesteckt werden.
Als sie jedoch zunehmend merkwürdige Symptome aufweisen und dann auch noch die Körper der restlichen Flugpassagiere spurlos aus dem Leichenschauhaus verschwinden, erkennt Goodweather nach und nach, dass er es mit einer uralten Bedrohung zu tun hat, die die ganze Menschheit vernichten könnte.


Details:
Darsteller: Corey Stoll, David Bradley, Mía Maestro, Kevin Durand, Jonathan Hyde
Regisseur(e): Peter Weller, David Semel, Charlotte Sieling
Komponist: Ramin Djawadi
Künstler: Gennifer Hutchison, David Weddle, Guillermo Del Toro, April Webster, Luis M. Sequeira, Tamara Deverell, Greg Chapman, Sarah Boyd, Ra'uf Glasgow, Miroslaw Baszak, Chuck Hogan, Bradley Thompson, Gabriel Beristain, Kathryn Himoff, Regina Corrado, Checco Varese, Christopher Nelson, Gary Ungar, Carlton Cuse, Colin Hoult, Anthony Miller, J. Miles Dale, Justin Britt-Gibson
Format: Dolby, PAL
Sprache: German (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: FOX TV
Erscheinungstermin: 19. November 2015
Spieldauer: 600 Minuten

Eigene Meinung: 
Guillermo del Toro ist als Name schon ein Begriff, der nicht nur als Regisseur sondern auch als Filmproduzent, Schriftsteller und Drehbuchautor immer wieder auf sehr fantastische Geschichten kommt. Seine Figuren und Geschichte sind etwas besonders und auch mit "The Strain" legt er eine Serie vor, die Vampire nicht als süsse Jungs als Twiglight zeigt sondern sie als die blutsaugenden Monster zeigt, die sie eigentlich sind. 
Auf dem JFK in New York landet ein Flugzeug aus Berlin, es fährt alle Motoren unter und nichts rührt sich mehr. Dr. Ephraim Goodweather und sein Team von der Seuchenschutzbehörde sollen sich des Falls annehmen, doch neben den Würmern, die sie entdecken, finden sie auch noch eine grosse Kiste - der Sarg des Meisters, der nun in New York ist und dessen Erscheinen weitreichende Folgen für die Menschheit haben soll. Einzig Abraham Setrakian, ein Pfandleiher in der Stadt, weiss um die Gefahr, doch durch die Ignoranz der Menschen, den Zusammenbruch des Internets und durch das Zutun von mächtigen Menschen aus der Industrie kann sich die Seuche erst unbemerkt ausbreiten und bevor man sich versieht, stehen wir den Strigoi fast schutzlos gegenüber...
Man braucht etwas, bis man in die Geschichte hinein kommt, es werden alle Charakter etwas genauer vorstellst und so weiss man schon viel über die Lebensumstände von Dr. Ephraim Goodweather, Dr. Nora Martinez, Abraham Setrakian und Vasiliy Fet und einigen Nebendarstellern, deren Leben sich durch die Seuche grundlegend verändern werden. 
Besetzt ist die Staffel recht gut, neben bekannter Namen wie Corey Stoll und David Bradley sind auch schauspielerischen Leistungen alle Darsteller wirklich gut, als Antiheld fungiert Thomas Eichhorst, der von Richard Sammel gespielt wird und wirklich eine überzeugende Darstellung abliefert. Aber auch Kevin Durand (in der Serie Vasiliy Fet) und Ruta Gedmintas (spielt Dutch Velders) passen sehr gut in die Serie. 
Die erste Staffel umfasst 13 Folgen und auch die Ausmachung der Staffel spricht an, auf den DVDs sind Dr. Ephraim Goodweather, Dr. Nora Martinez, Abraham Setrakian und Vasiliy Fet zu sehen und das passt mit der Aufmachung echt gut zusammen. 

Fazit: 
Guillermo del Toro und Chuck Hogan sind zwei Namen, bei denen man immer mit sehr spannenden Geschichten rechnen kann, mit "The Strain" schaffen sie eine bedrohliche Apokalypse, die . nichts für schwache Nerven ist, den die Seuche, die schon seit Jahrhunderten aktiv ist, zieht weite Kreise. Eine sehr gut überlegte Serie, die sich in die Jahrhundert einbetet und immer wieder Rückgriffe macht, trifft auf eine sehr guten Cast und sehr gute Special-Effects. 
Mit der 1. Staffel ist ein sehr guter Auftakt gelungen, der Lust auf die folgenden Staffeln macht. 


Dafür gibt es 5 Rosen:

19. Februar 2017

[Serienrezension] Little Britian ~ die komplette 1. Staffel

Quelle: Novacasino.com
~ Beschreibung ~
In ‚Little Britain‘ werden die kleinen Geschichten des britischen Alltags zum großen Spaß. Die beiden Komiker Matt Lucas und David Walliams schlüpfen für die Sketchshow in die unterschiedlichsten Rollen und verbreiten dabei äußerst trockenen, erfrischend politisch-inkorrekten britischen Humor vom Feinsten. In ihrem kleinen, surrealen Paralleluniversum wimmelt es nur so von merkwürdigen Exzentrikern, charmanten Wahnsinnigen und schrägen Außenseitern. Die Palette reicht von Marjorie Dawes, der tyrannischen Leiterin einer Selbsthilfegruppe von dicken Menschen, über Andy, einem ziemlich stumpfen Typen im Rollstuhl, dessen Betreuer keine Ahnung hat, dass er eigentlich gehen kann, bis zum Britischen Premierminister und seinem Gehilfen Sebastian, die beide nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. In Großbritannien gelten Matt Lucas und David Walliams als legitime Nachfolger von Monty Python. Für ‚Little Britain‘ räumten sie zahlreiche Preise ab, darunter der BAFTA TV Award in den Kategorien „Best Comedy“ und „Best Comedy Performance“. Als deutsche Stimmen der beiden schrägen Vögel sind Oliver Kalkofe und Oliver Welke mit von der Partie. Die beiden sind selbst große Fans von ‚Little Britain‘ und arbeiten auch an der Übersetzung der Serie mit, um den skurrilen britischen Humor stilecht ins Deutsche zu übertragen. 
(Text: Textquelle: Comedy Central)

~ Seriendaten ~
Deutscher Titel: Little Britain
Originaltitel: Little Britain
Genre: Sketch, Comedy
Produktionsland: Großbritannien
Originalsprache: Englisch (BE)
Jahr(e): 2003–2006
Länge: 30 Minuten
Episoden: 26 in 3 Staffeln
Idee: Matt Lucas, David Walliams
Musik: David Arnold
Erstausstrahlung: 16. September 2003 (Großbritannien) auf BBC Three
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 20. April 2006 auf ORF 1

~ Meinung ~
Little Britian ist schon einige Jahre ein Hit, die beide Erfinder und Komiker der Serie, Matt Lucas und David Walliams, schlüpfen über die ganze Staffel in verschiedene Rollen und zeigen so das Leben der Menschen auf der britischen Insel.

Dafydd Thomas ~ Bildquelle: http://giphy.com/search/little-britain

Die Serie zeigt auf wirklich skurrile und komische Wege, die das Leben auf der Insel skizzieren und dabei manchmal hart an der Grenze des guten Geschmacks entlang schrammen, aber dabei immer noch lustig bleiben. Sie schaffen wirklich interessante Charakterpaare, die dann ihre Sketche immer wieder nach dem gleichen Schema ablaufen. So hat man beispielsweise Dennis Waterman, einen wirklich kleinen Schauspieler, der immer zu seinen Rollen die Titelmelodien schreiben will und dadurch einfach keine Rollenangebote bekommt oder Mr. Mann, der immer in den Geschäften danach verlangt, was es gerade nicht gibt und dann auf das Eintreffen der Dinge warten will, ohne sich von der Stelle zu bewegen. 

Lou und Andy ~ Bildquelle: http://giphy.com/search/little-britain

Am bekanntesten aus der Serie sind sicher der Lou und Andy, die beiden Brüder, bei denen Andy einfach ein fauler Sack ist, der den gutmütigen Lou einfach von vorne bis hinten ausnimmt und natürlich der einzige Schwule im walisischen Dorf Llandewi Breffi Dafydd Thomas, der aber immer wieder damit konfrontiert wird, dass er eben nicht der einzige Schwule im Dorf ist. Neben dieser dreien fällt sicher noch Vicky Pollard auf, eine unerzogene Göre, die raucht, säuft und sich immer wieder prügelt, dabei aber schon mehrere Kinder hat. 

Vicky ~ Bildquelle: http://giphy.com/search/little-britain

Die Serie basiert vor allem auf dem Prinzip des runnig Gags, also die Sketche sind eher so angelegt, dass man den Ausgang schon ahnt, es aber trotzdem lustig findet. 
Den Charme der Serie macht vor allem das Durchziehen dieses Konzepts aus, man erwartet bei einer neuen Folge einfach nichts anderes, es überrascht einen nicht, unterhält aber. 
Matt Lucas und David Walliams ergänzen sich als Team wunderbar, wobei Matt Lucas immer wieder als der wandlungsfähigere der Beiden auffällt, was vielleicht aber auch daran liegt, dass er in der Serie gefühlt mehr Rollen als David Walliams übernimmt. 
In der deutschen Synchronisationen übernehmen Oliver Kalkofe und Oliver Welke (beide in Deutschland wirklich gute Komiker) die Stimmen der Hauptdarsteller, wodurch die Serie etwas an Charme verliert, weil sie variieren ihre Stimmen teilweise nicht so wie es im Original ist. Daher ist die originale Version für mich die bessere, auch wenn man da etwas genau hinhören muss, weil dann natürlich Muttersprachler sprechen. 

Dafür gibt es 4 Rosen: