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30. Juli 2026

📽️ Rezension: Die reichste Frau der Welt

Großer Skandal, starke Besetzung – verfangen in den eigenen Nuancen

🎬 Filminfos auf einen Blick

  • Titel: Die reichste Frau der Welt

  • Gesehen bei: Filmnächten am Elbufer Dresden

  • Genre: Drama / Biopic / Satirisches Charakterdrama

  • Themen: Die Bettencourt-Affäre, Macht & Gier, toxische Dynamiken, Entmündigung, Erbe

Verschenktes Potenzial eines echten Milliardenskandals

Die Ausgangslage verspricht ein bissiges, psychologisch dichtes Charakterdrama: Es geht um die historische Tragödie rund um Liliane Bettencourt, die L’Oréal-Erbin und einst reichste Frau der Welt, ihre schillernde, fast parasitäre Beziehung zum Fotografen François-Marie Banier und den anschließenden bitteren Familienkrieg samt Entmündigungsprozess. Stoff für meisterhaftes Überfluss-Kino voller Abgründe wäre reichlich vorhanden gewesen. Doch der Film weiß mit seinem eigenen Reichtum an Material erstaunlich wenig anzufangen.

🎭 Starke Darsteller vs. die Falle der französischen Erzählweise

Man kann dem Film handwerklich wenig vorwerfen, was die Enttäuschung nach dem Screening bei den Filmnächten am Elbufer nur umso spürbarer macht. Der Film leidet an einem ganz spezifischen Paradoxon:

  • Das typisch französische Manko: Eigentlich lebt das französische Kino von seinen kleinen Momenten, den feinen Zwischenmenschlichkeiten, den Beobachtungen am Rande und den leisen Stimmungsbildern. Doch genau diese Inszenierung wird dem Film hier zum Verhängnis. Das Drehbuch verliert sich so sehr in diesen kleinen Augenblicken, dass jegliche narrative Stringenz flöten geht.

  • Fehlender roter Faden: Anstatt den Skandal dramaturgisch zuzuspitzen und die bizarren Machtgefüge konsequent aufzurollen, wirkt die Handlung zersplittert. Der rote Faden geht zwischen den hübsch anzusehenden Einzelbeobachtungen schlicht verloren.

  • Spürbare Längen: Viele dieser kleinen Szenen wollen nicht wirklich in den Gesamtablauf passen. Sie bremsen das Erzähltempo aus, ziehen das Geschehen unnötig in die Länge und hinterlassen das Gefühl von Leerlauf.

  • Glänzender Cast in starrer Kulisse: Die schauspielerischen Leistungen und die Inszenierung sind handwerklich unumstritten gut. Das Ensemble spielt stark auf und fängt die Dekadenz und die fragile Einsamkeit der gealterten Erbin authentisch ein. Doch selbst diese schauspielerische Strahlkraft kann die maue dramaturgische Umsetzung auf Dauer nicht aufwerten.

🌹 Fazit: Optisch chic, erzählerisch verfangen

Die reichste Frau der Welt scheitert nicht an seinen Darstellern oder der Optik, sondern an seiner fehlenden Linie. Die Liebe zu den typisch französischen, kleinen Nebenschauplätzen nimmt dem eigentlichen Konflikt die Schärfe und lässt den Film streckenweise zäh wirken. Man kann ihn sich durchaus anschauen – die edle Optik und die starken Schauspieler trösten über manche Strecke hinweg –, aber man muss eben mit deutlichen Abstrichen bei der Spannung leben.

Bewertung: 2,5 von 5 Rosen 🌹🌹🌿

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26. April 2026

📽️ Rezension: Tschernobyl – Die Katastrophe (ZDFinfo)

 Von der Hoffnung zum Herzschlag der Finsternis: Ein technologisches und politisches Requiem

⚠️ TRIGGERWARNUNG

Diese Rezension und die besprochene Dokumentation enthalten detaillierte Schilderungen medizinischer Folgen von Radioaktivität, den Verlauf der akuten Strahlenkrankheit sowie Berichte über massives menschliches Leid. Bitte lies nicht weiter, wenn du sensibel auf medizinische Notfälle oder grafische Beschreibungen körperlichen Verfalls reagierst.

⚠️ HINWEIS: Diese vierteilige Dokumentation rekonstruiert die Ereignisse von 1986 chronologisch. Da sie auf historischen Fakten basiert, enthält diese Rezension Informationen über den realen Ausgang der Katastrophe.


Eine Stadt als Zeuge: Dokumentation am Limit

Was diese ZDFinfo-Produktion so immersiv macht, ist ihre visuelle und akustische Meisterschaft. Besonders die Originalaufnahmen aus den Hubschraubern, die die ersten Helfer ins Zentrum des Grauens bringen, sind ein filmisches Dokument des Schreckens. Man sieht, wie die Dosimeter an Bord beim Anflug auf den rauchenden Reaktor sofort auf Anschlag gehen. Akustisch wird die Katastrophe durch immer wiederkehrende Störgeräusche des Unfalls untermalt – ein industrielles Wimmern und Dröhnen, das die drohende Vernichtung hörbar macht.

Die moralischen Anker: Ein Team im Auge des Sturms

Die Dokumentation gibt dem Grauen Namen, die uns über die gesamte Zeitlinie hinweg begleiten:

  • Marija Prozenko (Chefarchitektin): Die Seele Pripjats. Wir erleben ihren Mut, als sie blieb, um unter Lebensgefahr die Evakuierung ihrer Schöpfung zu organisieren.

  • Nikolai Steinberg (Chefingenieur): Er kam erst kurz nach dem GAU als technischer Krisenmanager nach Tschernobyl und begriff sofort das Ausmaß des technologischen Verrats.

  • Sergei Paraschin (Stellv. Parteisekretär): Die politische Inneneinsicht. Er stand an der Schnittstelle zwischen der technischen Realität vor Ort und dem massiven Druck der Moskauer Führung.

  • Alexander Buger (Arzt): Er beschreibt den purpurroten Himmel (ionisierte Luft) über dem Reaktor und die erste Ohnmacht angesichts der Opfer in der Klinik.

  • Alexej Breus (Ingenieur): Er kam am Morgen des 26. April mit dem Frühbus an und trat trotz der Trümmer seine Schicht an. Seine Interviews in einer Privatwohnung und an seinem ehemaligen Arbeitsplatz machen seinen Bericht beispiellos intim und beklemmend.


💡 Deep Dive I: Das politische Paradoxon – Glasnost & Perestroika

Die Doku beleuchtet das bittere Versagen der sowjetischen Führung unter Michail Gorbatschow:

  • Glasnost (Offenheit): Gorbatschows Versprechen nach Transparenz prallte gegen die Mauer der Geheimhaltung. Trotz des neuen Kurses wurde der Unfall tagelang verschwiegen, während die Bevölkerung ahnungslos der Strahlung ausgesetzt war.

  • Perestroika (Umbau): Dieser Begriff stand für die grundlegende Modernisierung des Systems. Tschernobyl wurde zum tragischen Beweis dafür, dass der „Umbau“ zu spät kam, um die marode Infrastruktur und die korrupte Sicherheitskultur zu retten.

  • Die Informationsblockade: Es gab zunächst keine Evakuierungspläne. Während in Schweden bereits der Fallout gemessen wurde, feierten die Menschen in Pripjat das Wochenende im Freien – ein tödliches Versagen der neuen Reformpolitik.


💡 Deep Dive II: Die verschwiegenen Warnsignale (KGB Abteilung 1)

Ein zentraler Punkt der Doku ist das Wissen, das unter Verschluss blieb. Die Abteilung 1 des KGB verhinderte den Wissensaustausch über kritische Vorläufer-Störfälle am RBMK-Reaktor:

  1. 1975 Leningrad (Leningradskaja AES): Eine Teil-Kernschmelze offenbarte bereits die Instabilität des RBMK-Designs bei Leistungsänderungen.

  2. 1982 Tschernobyl (Block 1): Eine Brennelement-Zerstörung führte zur Freisetzung von Radioaktivität, wurde aber als unbedeutend deklariert.

  3. 1983 Kursk: Erneute Probleme mit den Steuerstäben bestätigten den gefährlichen „positiven Scram-Effekt“. Da diese Berichte „Top Secret“ waren, wussten die Ingenieure 1986 nichts von der Lebensgefahr.


💡 Deep Dive III: Der medizinische Abgrund – Strahlenklinik Nr. 6

  • Die „Walking Ghost Phase“: Besonders erschütternd ist die Darstellung der Patienten, die sich kurzzeitig scheinbar erholen. Sie essen und hoffen, doch es ist ein letztes Aufbäumen. Der Körper ist faktisch schon tot; auf dieses trügerische Plateau folgt der rapide Verfall.

  • Medizinisches Neuland: Die Ärzte in Moskau hatten keine Erfahrungswerte für diese massiven Dosen und mussten machtlos zusehen, wie das Knochenmark versagte.


💡 Deep Dive IV: Die Physik des Versagens & Der Beweis

  • Silber-110m (aus Silber-109): Der Nachweis von radioaktivem Silber in der Luft war das unwiderlegbare Zeichen, dass die Steuerstäbe verdampft waren – der Reaktor existierte nicht mehr.

  • Der VOID-Effekt: Die physikalische Todesspirale aus Dampfblasen und rasanter Leistungssteigerung.

  • Xenon-135 & Blindflug: Die „Reaktorvergiftung“ und das Fehlen von Echtzeitdaten machten den Reaktor zu einer unberechenbaren Zeitbombe.


☢️ Die Armee der Liquidatoren: Ein heroisches Opfer

Die Dokumentation widmet sich den ca. 600.000 bis 800.000 Liquidatoren, den „Bio-Robotern“, die in Bleischürzen oft nur 90 Sekunden Zeit hatten, um hochradioaktiven Graphit zu schaufeln. Zehntausende starben an Spätfolgen, Hunderttausende leiden bis heute unter schweren Invaliditäten.


🌹 Fazit: Wenn die Wahrheit zur Strahlung wird

„Tschernobyl – Die Katastrophe“ ist weit mehr als eine historische Aufarbeitung; es ist eine sezierende Analyse menschlicher Hybris und systemischer Korruption. Die Dokumentation macht unmissverständlich klar: Es war nicht die Physik allein, die Block 4 zerstörte, sondern das bewusste Schweigen einer gesamten Staatsmacht. Dass erst der Druck schwedischer Messstationen und der Nachweis von verdampftem Silber den Kreml zur Wahrheit zwangen, bleibt das ultimative Armutszeugnis für das sowjetische System.

Besonders nachhallend ist die Begegnung mit den Menschen, die das Unmögliche überlebten. Wenn wir Alexej Breus in einer privaten Wohnung zuhören oder mit Marija Prozenko und Nikolai Steinberg auf die Ruinen ihres Lebenswerks blicken, erkennt man die wahre Tragweite: Tschernobyl war der Moment, in dem die Vision einer „idealen Stadt“ und der Traum vom grenzenlosen Fortschritt im purpurroten Himmel über Pripjat verglühten. Die Dokumentation zeigt uns, dass unter dem Deckmantel von Glasnost und Perestroika die alte Starrheit weiterregierte – ein Fehler, der nicht nur mit Rubeln, sondern mit Generationen von Menschenleben bezahlt wurde.

Dieses vierteilige Epos lässt uns mit der unbequemen Erkenntnis zurück, dass technologische Brillanz ohne moralische Transparenz immer eine geladene Waffe sein wird. Ein absolutes Meisterwerk, das den Opfern und den unbesungenen Helden ihre Würde zurückgibt, indem es die Fakten so scharf wie nie zuvor beleuchtet. Ein Denkmal für die Wahrheit – und eine Mahnung, die niemals verhallen darf.

Bewertung: 5 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹🌹


📚 Lese-Empfehlungen: Den Spuren folgen

Wenn dich die Dokumentation so bewegt hat wie mich, empfehle ich dir diese drei Standardwerke, um die Hintergründe noch besser zu verstehen:

  1. „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“ von Swetlana Alexijewitsch: Ein erschütterndes Werk der Nobelpreisträgerin, das vor allem die Stimmen der Menschen – der Witwen, der Liquidatoren und der Kinder – einfängt. 👉 Kaufen auf Amazon* / gebraucht auf Medimops*

  2. „Midnight in Chernobyl“ von Adam Higginbotham: Vielleicht das beste Sachbuch über die technischen und politischen Details. Es liest sich wie ein Thriller und deckt akribisch auf, wie es zum Versagen der SKALA-Computer und des RBMK-Designs kam. 👉 Kaufen auf Amazon* / gebraucht auf Rebuy* oder Medimops*

  3. „Chernobyl: The History of a Nuclear Catastrophe“ von Serhii Plokhy: Ein großartiges historisches Werk, das besonders die politische Instabilität der UdSSR und das Versagen von Glasnost und Perestroika beleuchtet. 👉 Kaufen auf Amazon* 


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12. April 2026

📽️ Rezension: Vertrau mir – Der falsche Prophet (Netflix)

Wenn Glaube zur Fessel wird: Die dunkle Nachfolge des Warren Jeffs

⚠️ SPOILER-WARNUNG: Diese Rezension enthält detaillierte Informationen über den Verlauf der Dokumentation und die Ermittlungsergebnisse. Wer die Doku unvoreingenommen sehen möchte, sollte erst nach der Sichtung weiterlesen.

Das Erbe des Wahnsinns

Die Dokumentation führt uns in die abgeschottete Welt eines radikalen Splitterkults der FLDS. Nach der Inhaftierung von Warren Jeffs füllte Samuel Bateman das Machtvakuum mit einer Brutalität, die fassungslos macht. Bateman inszenierte sich als Stellvertreter Gottes, um ein System aus Angst und systematischer Ausbeutung zu etablieren.



💡 Deep Dive: Das System FLDS – Nährboden für Tyrannen

Um den Fall Bateman und die Ohnmacht der Behörden zu verstehen, muss man die FLDS (Fundamentalistische Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) und ihre Abgrenzung zum modernen Glauben begreifen:

  • Mormonen (LDS) vs. FLDS: Die weltweite Hauptkirche der Mormonen hat die Mehrwegehe (Polygamie) bereits 1890 offiziell abgeschafft. Mitglieder der LDS führen ein modernes Leben. Die FLDS hingegen ist eine radikale Abspaltung, die starr an der Polygamie festhält, da sie diese als einzige Voraussetzung für den Einzug in den „höchsten Himmel“ betrachtet.

  • Das Erbe von Warren Jeffs: Jeffs perfektionierte über Jahrzehnte ein System der totalen Priesterherrschaft. Bateman musste die Indoktrination nicht neu erfinden; er setzte sich als Parasit auf ein Volk, das bereits darauf konditioniert war, einem „Propheten“ alles zu opfern – auch die eigenen Kinder.

  • Die Geographie der Kontrolle: Der Umzug vom großzügigen blauen Haus in ein heruntergekommenes grünes Haus mit nur zwei Schlafzimmern für 23 Ehefrauen war ein psychologisches Werkzeug. Totale räumliche Enge bricht Privatsphäre und Individualität, was die psychische Manipulation massiv beschleunigt.

  • Finanzielle Versklavung: Bateman degradierte seine Frauen zu reinen Umsatzbringern. Ob als Putzkräfte für Airbnbs oder bei schwerer körperlicher Arbeit auf dem Bau – selbst im kranken oder schwangeren Zustand mussten sie schuften, um seine Machtansprüche zu finanzieren.


Die Helden der Hartnäckigkeit: Julia, Christin & Tolga

Die Aufdeckung dieses Falls ist ein Lehrstück in Sachen Zivilcourage gegen jede Wahrscheinlichkeit:

  • Mutter gegen Monster: Julia Johnson. Julia war eine Insiderin, verheiratet mit einem der führenden Mitglieder der Sekte (der schließlich zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde). Ihr Opfer ist unvorstellbar: Sie kämpfte verzweifelt um ihre fünf Töchter, die Bateman bereits als Ehefrauen beansprucht hatte. Durch ihren Einsatz verlor sie alles – ihren Stand, ihre Sicherheit und die Loyalität ihrer eigenen Kinder, die Bateman selbst nach der Befreiung noch schützten.

  • Zivilcourage im Fokus: Christin & Tolga. Die Sexualtherapeutin Christin und ihr Mann Tolga (ein Filmemacher) starteten die Infiltration auf eigene Faust. Getrieben von dem Wunsch zu helfen, gewannen sie Batemans Vertrauen. Doch durch die Unvorsichtigkeit des Jugendamts flogen sie auf, was nicht nur ihre Sicherheit gefährdete, sondern das mühsam aufgebaute Vertrauen der Frauen nachhaltig zerstörte.

Der paranoide Prophet: Das FBI im Nacken

Die Doku zeigt deutlich die Veränderung in Batemans Wesen nach seinem ersten Kontakt mit der Justiz. Er wurde zunehmend paranoider und misstrauischer, was die Lebensbedingungen für die Frauen im grünen Haus noch unerträglicher machte. Doch genau dieser paranoide Kontrollwahn lieferte den Ermittlern letztlich die Beweise, die sie brauchten, um das System endgültig zu sprengen.

21. März 2026

[Kolumne] Das Rätsel Banksy – Warum wir das „Nicht-Wissen“ wieder lernen müssen

Vorab ein wichtiger Hinweis: In diesem Text werdet ihr keinen Namen lesen. Weder den aktuell vermuteten noch irgendeinen anderen. Denn für mich ist das die unwichtigste Information der gesamten Kunstwelt.

In den letzten Tagen peitschen die Schlagzeilen wieder durch den digitalen Blätterwald: Banksy soll „entdeckt“ worden sein. Die Identität sei nun gelüftet, die Akte geschlossen. Überall liest man diesen einen Namen, den ich hier ganz bewusst ignoriere.

Können wir es als Gesellschaft eigentlich nicht mehr aushalten, dass wir etwas einfach NICHT wissen?

Es scheint eine moderne Krankheit zu sein, dass jedes Mysterium sofort seziert und entzaubert werden muss. Wir leben in einer Zeit der totalen Transparenz, in der jeder Pixel unseres Lebens dokumentiert wird. Doch gerade bei Banksy ist die Anonymität das wertvollste Archivgut, das wir haben. Als „unbekannter Künstler“ ist er für mich um Längen spannender als jeder Name in einem Reisepass es je sein könnte.

Mich erinnert dieser Drang zur Entlarvung an den schwarzen, maskierten Magier, der vor Jahren die großen Zaubertricks der Welt im Fernsehen aufdeckte. Das Medienecho war gigantisch, die Einschaltquoten hoch – aber am Ende blieb ein schaler Beigeschmack. Wenn man weiß, wie die zersägte Jungfrau funktioniert, ist das Staunen weg. Die Magie stirbt durch das Wissen.

Ich mag seine Kunst einfach. Sie ist eine ganz besondere Art der Kritik: scharfkantig, direkt und trotzdem nicht ganz greifbar. Genau das fasziniert mich so sehr. Überall auf der Welt kann plötzlich über Nacht ein „Banksy“ auftauchen. Das Faszinierende dabei ist: Die Kunstwelt weiß sofort, ohne jede Signatur oder Presseerklärung: Das ist ein Banksy! Damit steht die Kritik sofort im Raum, unübersehbar und kraftvoll – ganz ohne dass wir ein Gesicht dazu brauchen.

Banksy ist kein Mensch aus Fleisch und Blut, wenn wir über seine Werke sprechen – er ist eine Idee, ein Spiegel unserer Zeit. Sobald wir ein bürgerliches Gesicht dazu haben, schrumpft die Wucht seiner Street-Art auf die Größe eines normalen Personalausweises.

Ich erinnere mich an meinen Besuch in einer seiner Ausstellungen (hier seht ihr ein paar meiner persönlichen Eindrücke). Die Werke brauchen keinen Lebenslauf des Künstlers. Sie brauchen den Moment, die Straße und den Mut zur Anonymität. Lassen wir ihm sein Geheimnis. Denn genau dieses Geheimnis zwingt uns dazu, auf das Bild zu schauen – und nicht auf denjenigen, der die Sprühdose hält.

Was meint ihr: Ist das Wissen um die Person wirklich ein Gewinn, oder berauben wir uns damit selbst der letzten großen Rätsel unserer Zeit?


🌹 Coming Soon im Blog: Wer wie ich die Faszination für Identitäten und dunkle Geheimnisse teilt, darf sich freuen: Demnächst tauchen wir hier tief in das Archiv von Raymond Reddington ein – meine „The Blacklist“-Rezensionsreihe startet bald!


📚 Quellen- & Bildnachweis:

  • Fotografien: Alle gezeigten Aufnahmen stammen aus meinem privaten Archiv.

  • Aufnahmeort: Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“, Zeitenströmung Dresden.

  • Aufnahmedatum: 30. Oktober 2021.

  • Hintergrund-Inspiration: Reflexion über die aktuelle Berichterstattung zur Identität des Künstlers (März 2026).

  • Historischer Vergleich: Medienecho zur Entlarvung des „Maskierten Magiers“ (Val Valentino, „Breaking the Magician's Code“, Erstausstrahlung 1997/98).


Dir gefällt dieser Einblick in mein Archiv? 🌹

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20. März 2026

Zwischen Messehallen und Konzertbühne – Mein Leipzig-Echo (Teil 1)

 Kennt ihr das Gefühl, wenn der Kopf noch durch die unendlichen Gänge der Messehallen wandert, während die Füße auf dem heimischen Sofa eine wohlverdiente Pause einlegen? Gestern war ich in Leipzig auf der Buchmesse – und was soll ich sagen: Mein Herz ist voll, mein Kopf eine einzige Kirmes und mein Körper schreit nach Tee. ☕📖

Aber haltet euch fest: Das ist erst ein Zwischenfazit. Da ich meine Kräfte einteilen muss, habe ich den heutigen Freitag bewusst zur „Messe-Pause“ erklärt. Auch den Samstag werde ich meiden – so sehr ich die Bücher liebe, der Trubel am besucherstärksten Tag ist mir einfach zu viel „Kopfkirmes“. Stattdessen stürze ich mich am Sonntag noch einmal mit frischer Energie ins Getümmel!

Gestern war für mich kein Tag der schnellen Selfies. Es war ein Tag der tiefen Gespräche und der echten Anerkennung. Besonders schön war das Wiedersehen mit den tollen Menschen aus dem Schöne-Bücher-Netzwerk. Es ist so inspirierend, Teil dieser Gemeinschaft von Verlagen zu sein, die Literatur mit so viel Herzblut kuratieren.

Ein Moment wird mir besonders im Gedächtnis bleiben: Als mich eine Verlegerin direkt auf meine erste große Kolumne über Christa Wolf ansprach. Dieses unmittelbare, wertschätzende Feedback von Fachleuten zu meiner Arbeit in den Blogs zeigt mir: Der Weg ist richtig. Auch ein riesiges Dankeschön an meinen lieben Uwe – schaut unbedingt mal auf seinem Blog vorbei, er ist einfach grossartig!

Warum ich heute die Beine hochlege? Weil heute Abend ein ganz persönliches Highlight wartet: Die Seilschaft spielt in der Börse Coswig! 🎸✨ Wer mich kennt, weiß, wie viel mir diese Musik bedeutet. Den Stress, heute erst nach Leipzig und dann noch nach Coswig zu hetzen, habe ich mir erspart. Ich lade heute meine Akkus bei großartiger Musik auf, damit ich am Sonntag wieder mit voller Konzentration in die Welt der Bücher abtauchen kann.

Manchmal muss man eben Prioritäten setzen: Heute Abend Musik, morgen Ruhe, Sonntag wieder Literatur.

Wann, wenn nicht jetzt? 🌹✨


Weiterführende Links & Inspiration zu diesem Beitrag:


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