Posts mit dem Label Böll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Böll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

24. März 2026

[Konzertreview] Wenzel live: Zwischen Brecht, Böll und der „Kommunistischen Internationale“

 Bevor die Konzertwoche mit KimKoi so richtig Fahrt aufnahm, gab es am 02. März 2026 bereits eine ganz besondere Premiere für mich: Mein allererstes Konzert von Wenzel. Ich wusste vorher nicht genau, was mich erwartet, aber eines wurde schnell klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Auftritt, sondern eine literarisch-musikalische Reise, die man erst einmal verdauen muss.

Wenzel ist ein Geschichtenerzähler durch und durch. Er zitiert Böll, er zitiert Brecht und er erzählt viel – verdammt viel. Wer hier nur mitsingen will, ist falsch; hier muss man zuhören und sich einlassen. Die Texte sind absolut zum Mitdenken und fordern den Geist heraus. Es ist diese ganz spezielle Mischung zwischen Träumen und harter Realität, die den Abend bestimmt hat.

Ein Satz des Abends blieb mir besonders im Gedächtnis und sorgte für ordentlich Schmunzeln im Saal: „KI war früher mal die Kommunistische Internationale.“ Typisch Wenzel – scharfzüngig, politisch und mit diesem ganz eigenen Humor, der den Zeitgeist auf die Schippe nimmt.


Was die musikalische Seite angeht, gibt es keine zwei Meinungen: Das ist handgemachte Musik in ihrer reinsten Form. Ohne Netz und doppelten Boden, einfach echtes Handwerk an den Instrumenten, das die tiefgründigen Texte perfekt rahmt.


Mein persönliches Fazit: Ich bin ehrlich: Ich bin nach diesem Abend am 2. März immer noch unentschlossen. Es war ein faszinierendes Erlebnis, eine intellektuelle Dusche und musikalisch top. Aber ob ich zum „Wiederholungstäter“ werde oder ob es bei diesem einmaligen, besonderen Eindruck bleibt, kann ich heute noch nicht sagen. Wenzel muss man sacken lassen. Es war ein Abend, der nachwirkt – im Kopf und im Herzen.